Leserbriefe

Mehr mitmenschliche Hilfe anbieten

17.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Katharina   Kuchinke,   Frickenhausen. Zum Leitartikel „Nur noch perfekte Babys?“ vom 10. Juli. Mein ganz herzlicher Dank gilt Herrn Norbert Wallet für seine deutliche Stellungnahme zum Urteil des Bundesgerichtshofes über die Auswahl lebenswerter Embryonen. Besser und treffender kann dieses schwierige und komplexe Thema nicht angegangen werden. Ein Urteil, das die Moral, die Wertevorstellung unserer jetzigen und zukünftigen Gesellschaft beeinflussen, prägen und verändern wird. Dazu passt ein Stück weit auch das erst vor kurzem gefällte Urteil über das Lebensende. Wie Herr Wallet bereits schreibt: kein Mensch ist dazu berechtigt, über lebenswert und lebensunwert zu entscheiden.

Sicher wünscht sich niemand Leid, Krankheit, Behinderung. Aber realistisch betrachtet wird es Leben ohne diese nie geben. Was, wenn – um nur ein Beispiel zu nennen – ein bisher gesundes Kind einen Unfall erleidet? Ist es dann nicht mehr liebens- und lebenswert, weil es nun behindert nicht mehr dem gesellschaftlichen Ideal entspricht?

Auch stimmt die Vorstellung der Gesellschaft mit der eigentlichen Realität Betroffener häufig nicht überein: Unbestreitbar gibt es nämlich unverhofft viele frohmachende, liebevolle, durchaus lebenswerte Momente im Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten, von Schwerkranken und Gesunden, augenöffnende Erfahrungen für die wesentlichen und wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Leider erfährt die Gesellschaft davon wenig, weil sie – weil wir all das immer noch aus unserem Alltag zu sehr ausblenden wollen.

Unbestreitbar gibt es auch kaum aushaltbares, unvorstellbar schlimmes Leid. Doch liegt nicht genau hier unsere Aufgabe, den Betroffenen verstärkt mitmenschliche Hilfe anzubieten, beispielsweise durch geduldiges Zuhören, durch Offenheit, Anteilnahme und Einfühlungsvermögen, durch liebevolle Zuwendung. Dadurch würden wir diese Menschen spüren lassen, dass sie in ihrer besonderen Situation eben nicht im gesellschaftlichen Abseits stehen, sondern von uns allen mitgetragen werden.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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