Leserbriefe

Meckern ist einfacher

02.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Jetzt herrscht die Ruhe vor dem Sturm“ vom 29. Januar. Schwarzseher haben es mit ihren düsteren Prophezeiungen immer leicht – und – scheinbar – immer recht; was sie behaupten, klingt immer sehr wissend: wenn das Schreckliche eintritt, haben sie das schon immer gesagt, wenn es nicht eintritt – in der Mehrzahl der Fälle –, bleiben sie in der Deckung, wird die alte Wahrsagung vergessen. Sie kommen sich meistens überaus gut und sehr weise vor.

Aber: verbessern sie irgendetwas? Doch wohl kaum. Sie scheinen nur eines zu beabsichtigen: eine allgemeine Verunsicherung. Und eine verunsicherte Bevölkerung sehnt sich leicht nach einem „Führer“, der ihnen die Verbesserung aller Übel verspricht – notfalls mit Gewalt. Hatten wir doch schon – und sehen wir doch auch jetzt. Wollen sie das wirklich? Wo bleibt die Vernunft? Aussagen wie: wir leben in einer Zeit der „Ruhe vor dem Sturm“, stellen doch die Realität auf den Kopf.

Da nutzt auch die Berufung auf irgendeinen – scheinbar – Prominenten als Bestätigung nichts – als wenn man nicht für jede noch so irre Behauptung irgendeinen Zeugen finden könnte – für das Gegenteil freilich jeweils auch. „Die Arbeitslosenzahlen werden wegen der EMobilität rapide nach oben schnellen!“ Es gibt Leute, die das befürchten – klar; aber es gibt auch Meinungen, die das bezweifeln. Ich halte es gerne mit dem Münchner Komik-Philosophen Karl Valentin: „Vorhersagen sind immer zweifelhaft, vor allem, wenn es um die Zukunft geht“. Die Zukunft ist letztlich immer offen, das haben wir doch oft genug erlebt: da kann sich was Positives durchsetzen, aber eben auch was Schreckliches; man kann beides vermuten – aber etwas zuverlässig vorhersagen, das kann keiner. Wer das trotzdem tut, der ist ein Narr. Bisher hat sich Deutschland seit dem Zweiter Weltkrieg überaus und wider alle Erwartungen positiv entwickelt – vor allem wenn man sich in der übrigen Welt umsieht -; aber klar, Fehler und Mängel gibt es reichlich – und natürlich auch Risiken. Das geht nun mal auf dieser unserer Welt nicht anders. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, mit Meckereien das Negative zu verstärken – wir sollten dazu beitragen, das Positive, das es bei uns ja durchaus gibt, aktiv zu fördern. Aber klar: unken ist einfacher.

Leserbriefe

Nürtingen sollte die Chance nutzen

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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