Leserbriefe

MdL Schwarz kennt die Realität nicht

27.01.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dietmar Schaich, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Genügend Sitzplätze im Zug“ vom 14. Januar. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur in der Landtagsfraktion der Grünen, Andreas Schwarz, wiederholt sich. In dieser Pressemitteilung werden Fakten aufgelistet, die bereits schon in den vorhergegangenen Pressemitteilungen dieser Zeitung mitgeteilt wurden, bis auf die Aussage, dass „genügend Sitzplätze vorhanden sind“. Der eine oder andere mag sich mit der Aussage begnügen und denkt vielleicht „alles halb so schlimm, stehen ist eh gesünder“. Wenn man aber bedenkt, dass die in den Stoßzeiten bislang eingesetzten fünf Doppelstockwagen durch sechs normale S-Bahn-ähnliche Wagen ersetzt werden sollen, dann dürfte dies auch unseren gutgläubigen Mitfahrern einleuchten, dass die Sitzplatzkapazität mit ziemlicher Sicherheit wenn nicht um die Hälfte, so doch um mindestens ein Drittel geringer ausfällt.

Dies bedeutet, dass es in den Stoßzeiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ab Nürtingen so gut wie keine Sitzplätze mehr gibt, aber dies nicht nur für eine Kurzstrecke, sondern gegebenenfalls für circa 35 bis 45 Minuten. Zwischenzeitlich darf dies auch nicht mehr verwundern, wenn, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, sich die Ausschreibung zur Vergabe der Strecke von vornherein auf die benannten S-Bahn-ähnliche Züge bezogen hatte. Ein Schelm, der da Böses denkt.

Dafür zahlen wir dann jedes Jahr circa zweieinhalb Prozent mehr, dürfen dann fast jeden Tag in kaputten und/oder verdreckten Zügen fahren und bleiben regelmäßig/unregelmäßig circa 30 Minuten auf dem Bahnsteig stehen, weil die Anschlussverbindung nach circa drei Minuten DB-Verspätung weg ist (dürfte in keiner Statistik der DB auftauchen, zudem wird auch erst ab 31 Minuten gewertet).

Bereits in den ersten drei Wochen dieses Jahres sind wir schon wieder drei Mal stehen geblieben und dies bei Minusgraden. Ganz zu schweigen davon, dass dann auch noch zusätzliche Haltestellen eingeplant werden und die aktuell noch fahrende Regionalbahn eingestellt wird. Es wäre schön, wenn so mancher Entscheidungsträger sich mal selbst ein Bild machen würde und zu Stoßzeiten auf dieser Bahnstrecke Stuttgart–Tübingen zusteigt und miterlebt, wie es selbst in den „Doppelstöckern“ nur noch Stehplätze gibt. Hier stellt sich doch die Frage, ob dies nicht auch eine Aufgabe des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur wäre, denn ob wir morgens einen Tisch, eine Steckdose oder WLAN haben, dürfte für die meisten Fahrgäste zweitrangig sein, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat oder man stehen muss. Hauptsache der Bahnverkehr wird billiger (wenn überhaupt), wenn auch auf Kosten der Bürger.

Leserbriefe

Die Zahlen sind sehr unvollständig

Siegfried Stumpp, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Die Bahn muss sich dem Thema stellen“ vom 8. März. Die Kompetenz unserer Bürgermeister, von Erkenbrechtsweiler Herr Weiß, von Owen Frau Grötzinger und von Lenningen Herr Schlecht, wurde bei der vorliegenden Planung nicht einbezogen. Auch der…

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