Leserbriefe

Massive Kritik an Wohnbedingungen

10.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Riehle, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Sozialer Brennpunkt befürchtet“ vom 4. Februar. Im Bericht über die Informationsveranstaltung wurden einige Punkte der Zuhörer leider nicht aufgegriffen. Hier zwei Beispiele. Eine hochschwangere Dame, die mit Ehemann und Kind in den städtischen Gebäuden Grötzinger Straße/Hauffstraße wohnt, berichtete über die seit Jahren unmenschlichen Wohnbedingungen. Beispielhaft nannte sie den Rattenbefall des Areals. Über Tage sei bei starkem Frost keine Beheizung des Gebäudes erfolgt und Körperpflege sei ausschließlich in einer Badewanne im Keller des Gebäudes möglich, die von allen Bewohnern beziehungsweise Mietern genutzt werde. Des Weiteren berichtete sie über verbale und angedrohte körperliche Attacken der Mitbewohner oder über Mobbing ihres Kindes durch andere Kinder im Kindergarten von Oberensingen. Sie sei daher auf einen Kindergarten im Nachbarort ausgewichen und nehme diese Mehrbelastungen in Kauf. Denn dort ist bislang noch nicht öffentlich geworden, wo sie beziehungsweise ihr Kind wohne. Sie habe diese unzumutbaren Verhältnisse wiederholt über Jahre hinweg der Stadtverwaltung Nürtingen, persönlich auch der Frau Bürgermeisterin vorgetragen. Passiert sei nichts. Auf den zugesagten Rückruf warte sie noch heute. Seit Längerem suche sie eine neue Wohnung, finde aber keine. Sobald zur Sprache komme, wo sie derzeit wohne, sei die Angelegenheit erledigt.

Eine Zuhörerin fragte OB Heirich (sinngemäß) Folgendes: Sie habe als Zuhörerin an der öffentlichen Sitzung des Bürgerausschusses Oberensingen teilgenommen und sei bestürzt über Äußerungen. Ein Mitglied des Bürgerausschusses habe unter anderem berichtet, dass bereits seit Jahrzehnten, über Generationen hinweg, die Grötzinger Straße, insbesondere der Bereich der Einmündung Hauffstraße im Volksmund als „Klein Marokko“ bezeichnet werde. Eine von den alteingesessenen Oberensingern verächtliche Bezeichnung, die nur als abschätzig zu werten und als solche auch klar zu erkennen sei. Die Antwort des Herrn OB darauf umso verwunderlicher. Dann werde eben aus Klein Marokko ein Klein Tunesien. Daraufhin hat ein anderes Mitglied des Bürgerausschusses zugerufen „oder auch Groß Marokko“.

Daraufhin wurde der OB von den meisten anwesenden Bürgern zu seiner Überraschung ausgebuht. Eine Entschuldigung durch die zwei Herren erfolgte leider nicht.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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