Leserbriefe

Mappus und der Polizeieinsatz

30.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Klein, Unterensingen. Zum Artikel „Mappus bestreitet Einflussnahme“ vom 23. Dezember. Der Vorsitzende des S21- Untersuchungsausschusses, der seine Sympathien für die Befürworter immer wieder klar erkennen ließ, sprach davon, dass die „Gegner“ mit Planen „bewaffnet“ zur Demo am 30. September gekommen seien, und sah darin ihr aggressives Verhalten.

Kurz gesagt: Einfach lächerlich ist diese Aussage. Da stehen am „schwarzen Donnerstag“ Tausende von friedlichen Demonstranten hochgerüsteten Polizeisondereinheiten aus verschiedenen Ländern mit Wasserwerfern gegenüber und reiben sich mehrere Stunden aneinander, weil die Regierungspartei und ihr Ministerpräsident sogenannte „Stärke“ zeigen wollten.

Ist es ein Zeichen von Stärke, auf Schüler einzuschlagen, oder ist es vielmehr ein Zeichen von Unfähigkeit und Rambomanier, Probleme mit Gewalt lösen zu wollen? Es ging um das Aufstellen eines Bauzaunes, nicht um die Verteidigung des Vaterlandes. Sehen so die modernen Kreuzritterzüge aus?

Herr Mappus, der mehrere „Gespräche“ mit der Polizei geführt hatte, versucht nun mit Unschuldsmiene die Verantwortung auf den Polizeichef abzuwälzen. Er habe keinen Einfluss genommen, sagt er. Natürlich hat man sich auf die eventuellen Fragen des Untersuchungsausschusses gut vorbereitet und jede mögliche Antwort im Vorfeld genau ausgefeilt. Da wird nichts dem Zufall überlassen, denn es hängt schließlich der Machtverlust der CDU daran.

Aber Herr Mappus kann Ausreden finden, so viel er will, Tausende von Augenzeugen, auch in den Reihen der Polizei, werden die wahren Ereignisse nicht vergessen! Als bei der Großdemo am 11. Dezember über 50 000 Menschen am Landtag vorbeizogen und „Mappus weg“ skandierten, konnte man an den simultanen Mundbewegungen einiger Polizisten die gleichen Rufe ablesen! Natürlich konnten sie nicht laut rufen, aber die Mimik war eindeutig! Dies war für mich ein Zeichen, dass noch nicht alles verloren ist in Baden-Württemberg.

Was kommt nun heraus beim Untersuchungsausschuss? Wird das Endergebnis schon auf den eventuellen Koalitionspartner bei der Landtagswahl zugeschnitten sein oder kommt tatsächlich die Wahrheit ans Licht? Finden eventuell die Richter bei den (mittlerweile über 1000) Strafanzeigen die Wahrheit heraus? Keiner weiß es im Moment.

Der Protest wird nicht abflauen, sondern wird sich bis zum 27. März noch verstärken. Nachdem die Regierung und die Bahn immer wieder ihre „besseren Argumente“ in den Vordergrund gestellt hatten, aber eine Bürgerbefragung oder gar einen Bürgerentscheid vehement abgelehnt hatten, wird die Landtagswahl wohl zur S21-Wahl werden!

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

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