Leserbriefe

Mangel an Wohnraum oder Hotelbetten?

28.10.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Eisele, NT-Hardt. Zum Artikel „Ein Ein-Familien-Haus ist Vergangenheit“, vom 23. Oktober. Zur Rechtfertigung für den Bau eines Hotels am Neckarufer wird im Gemeinderat und von der Verwaltung immer wieder der seit vielen Jahren bestehende Kapazitätsengpass beim Übernachtungsangebot in Nürtingen vehement ins Feld geführt. Ob dies auf fundierten Tatsachen beruht oder nur Aussagen von Einzelnen waren oder gar nur Behauptungen sind, hat mich veranlasst genauer zu recherchieren. Ist von der Verwaltung überhaupt eine Bedarfsanalyse erstellt worden, die die vorgegebene Dringlichkeit für einen Hotelbau belegen würde?

Meine Nachfragen beim Verband für das Gastgewerbe (DEHOGA) und die Erhebungen durch das Statistische Landesamt ergeben ein anderes Bild. Von 2006 bis 2016 hat sich die Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten in Nürtingen nicht verändert und liegt bei circa 46 Prozent. Gerne wird auch das Argument Messezeit und VW-Qualifizierungszentrum bemüht. Zu einer erhöhten Nachfrage wegen größerer Messen kommt es im Jahr 2017 an ganzen 22 Tagen. Die Messegäste werden ohnehin zukünftig sicher die zur Zeit entstehende große zusätzliche Hotelkapazität in Stuttgart bevorzugen, schon aus Gründen der ungünstigen Verkehrsanbindung von Nürtingen zum Messegelände. Von Teilnehmern an Seminaren bei VW sind keine Beschwerden hinsichtlich fehlender Übernachtungsmöglichkeiten laut geworden.

Also warum nicht die beiden Nürtinger Hoteliers bei ihren veröffentlichten Hotelbauplänen unterstützen und im Rahmen der Bahnstadt den Bedarf weiterer Kapazität ermitteln, mit dem Vorteil dort eine unmittelbare Anbindung an den ÖPNV zu haben. Dies unterstreicht auch das protokollierte Ergebnis der Bürgerinformation zum Thema „Hotel am Neckar“ vom 19. Juni 2017: „Konsens der anwesenden Bürgerschaft ist, dass ein Hotel für Nürtingen nicht per se abgelehnt wird, dass jedoch die Größe und der Standort des Hotels das Problem seien“.

Eine Wohnbebauung mit Prunkthäusern und großzügigem Freiraum im Uferbereich, wie im Ideenwettbewerb empfohlen, die auch eine Gastronomie mit Biergarten und Außenbewirtschaftung ermöglichen, würde dem Bürgerwillen entsprechen und wäre eine sinnvolle städtebauliche Lösung. Fazit: Es gibt keinen akuten Mangel an Hotelbetten in Nürtingen, wohl aber einen großen Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, wie der Technische Beigeordnete Andreas Neureuther bei der Immo-Messe selbst feststellt.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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