Leserbriefe

Man macht sich doppelt erpressbar

10.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ulrich Deuschle, Notzingen. Zum Artikel „Athens Reparationsforderung spaltet deutsche Parteien“ vom 8. April. Es ist weit gekommen mit dem europäischen „Friedensprojekt“, wie der Euro den deutschen Bürgern verkauft wurde. Griechenlands Reparationsforderungen machen deutlich, worum es bei EU und Euro in Wahrheit geht. Die Beschwörung der Gespenster der Vergangenheit durch die griechische Regierung mit maßlosen Forderungen bringt die verkorkste Grundlage der EU als Transfer- und Umverteilungsgesellschaft ans Tageslicht. Der Versuch der griechischen Verantwortlichen, Deutschland mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit finanziell unter Druck zu setzen, ist nichts Neues in der europäischen Politik. Dies haben auch andere schon erfolgreich praktiziert. Neu ist nur die rüpelhafte Art, mit der die Herren Tsipras und Varoufakis dies praktizieren.

Wenn nun Vizekanzler Gabriel (SPD) sagt, „Deutschland habe eine moralische Verpflichtung“ und es dürfe „keinen Schlussstrich“ geben, zeigt dies, dass bei der politischen Klasse in Berlin der Buß- Reflex immer noch wirkt. Man hat den Eindruck, dass die griechische Regierung bei der Linkspartei, den Grünen und Teilen der SPD schon willige Handlanger gefunden hat, die auf mindestens teilweise Erfüllung der Forderungen zu Lasten der deutschen Steuerzahler drängen.

Über siebzig Jahre nach Kriegsende stellt sich wirklich die Frage, ob ein Europa nach dem Prinzip „Wenn Deutschland zahlt, ist Europa gerettet“ noch funktionieren kann. Dies überfordert nicht nur die deutsche Leistungsfähigkeit, sondern ist auch keine Basis für eine gedeihliche Zusammenarbeit der europäischen Völker. Leider wird dies begünstigt durch die törichte Festlegung der Regierung Merkel auf eine vermeintliche Alternativlosigkeit der sogenannten „Euro-Rettung“. Damit macht man sich doppelt erpressbar.

Leserbriefe

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