Leserbriefe

Mängel an Bord sofort reklamieren

03.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Zöllmer, Wolfschlugen. Meine Frau und ich haben im Mai 1977 eine große Ägypten-Israel-Kreuzfahrt mitgemacht, die unter dem Slogan stand „ein Erlebnis fürs Leben“, das Schiff war die Enrico von der Costa-Linie. Am zweiten Tag wurde die vorgeschriebene Rettungsübung veranstaltet. Zeit- und Treffpunkt wurden durch die Bordzeitung und Durchsagen bekannt gegeben. Wir erschienen mit unseren Schwimmwesten, die Stimmung glich eher einer Party – einige Passagiere erschienen mit dem Sektglas in der Hand. Es wurde uns gezeigt, wie man die Schwimmweste richtig anlegt und handhabt und dass im Notfall den Anweisungen des Personals zu folgen wäre.

Nachdem der Bordfotograf seine Bilder gemacht hatte, war die Rettungsübung für die Passagiere vorbei, nicht so für die Mannschaft. Als wir schon wieder die Liegestühle belegt hatten, versuchte die Crew, Rettungsboote zu Wasser zu lassen. Das erste Boot wurde problemlos nach unten gebracht, beim zweiten und dritten war es aber nicht möglich, weil bei beiden Booten jeweils auf einer Seite die Seilrollen durch Farbe zugekleistert waren und sich die Boote nur einseitig nach unten bewegten, sodass im Notfall die darin befindlichen Menschen buchstäblich aus den Booten ausgeschüttet worden und aus circa zwölf Metern Höhe ins Meer gestürzt wären. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die Boote ins Wasser zu bringen, wurden sie wieder in ihre Position gebracht und festgemacht. Wir und die anderen Passagiere haben es damals lächelnd als südländische Mentalität – „die nehmen alles etwas lockerer“ – akzeptiert, was ich heute als lebensgefährliche Mängel bezeichnen würde.

Durch die furchtbare Havarie vor der Insel Giglio, und vermutlich weil es auch ein Schiff der Costa-Linie ist, hat mich mein Erlebnis nach 35 Jahren wieder eingeholt und es läuft mir heute eiskalt den Rücken herunter, weil ich mich immer wieder frage: „Was wäre gewesen, wenn?“. Deshalb möchte ich allen Kreuzfahrern in spe raten, wenn sie schwere Mängel feststellen, es nicht dabei zu belassen, sondern, wie ich es heute machen würde, mit der Reiseleitung zusammen darauf zu bestehen, dass diese umgehend behoben werden.

Leserbriefe

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