Leserbriefe

Lieber Kohledreck anstatt PV-Strom?

02.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klement Giesel, Grafenau. Zu den Artikeln „Kritik an Gabriels Vorschlag zur CO2-Reduktion“ und „Bergleute protestieren in Berlin“ vom 27. April. Kein gut informierter Mensch zweifelt noch an dem drohenden Klimawandel, größtenteils verursacht durch Menschenhand. Um das von der Bundesregierung gesetzte magere CO2-Ziel bis 2020 doch noch zu erreichen, will Gabriel den jährlichen CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke von bisher 349 Millionen Tonnen um gerade mal 22 Millionen Tonnen reduzieren. Ziel dabei ist, die besonders uralten Dreckschleudern zu drosseln oder besser ganz abzuschalten. Denn Strom gibt es genug in Deutschland. Allein in 2013 verdiente die Stromwirtschaft mit einem Netto-Stromexport von 33,8 TWh knapp zwei Milliarden Euro. Doch die Kraftwerkslobby samt einigen Gewerkschaften und Politikern aus CDU, FDP und SPD läuft Sturm gegen dieses ohnehin mickrige Vorhaben von Gabriel.

Die FDP will die gesetzten Klimaziele gar um zehn Jahre verschieben! Sie warnen davor, dass Zigtausende Arbeitsplätze in der Kohlebranche wegfallen würden. Verdi-Chef Bsirske malte gar die Zahl 100 000 an die Wand! Das Umweltbundesamt dagegen sagt: Es könnten maximal 4700 Arbeitsplätze verloren gehen – aber nur, wenn es zu Kraftwerksstilllegungen käme. Aber das sei höchst unwahrscheinlich! Zum Vergleich: Auf Drängen der Strom- und Industrielobby gingen durch die drastischen Maßnahmen der Regierung in der Photovoltaikbranche innerhalb der letzten Jahre 45 000 Arbeitsplätze verloren. Wo blieb da der Aufschrei der Gewerkschaften?

Ein ganzer Wirtschaftszweig wurde in den Ruin getrieben und eine zukunftsweisende klimafreundliche und immer effizientere Technologie wird in Deutschland zur Freude der Kohle- und Atomlobby eingestampft – und erfährt gleichzeitig in anderen Ländern, wie zum Bei- spiel in China und den USA, einen regelrechten Boom. Wird sich die klimaschädigende Kohlelobby in Deutschland ein weiteres Mal durchsetzen und die Energiewende mit Hilfe von gefälligen Politikern auf den Nimmerleinstag verschieben – ohne Rücksicht auf die Zerstörung zukunftsweisender Wirtschaftszweige und die Zukunft unseres Planeten?

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