Leserbriefe

Leserbriefspalte als AfD-Sprachrohr

30.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Frau Roth geht zur Tagesordnung über“ vom 26. Juni. Der Leserbrief und die vielen weiteren in den vergangenen Monaten von Herrn Ackermann. Fast niemand nutzt die Leserbriefspalte so aktiv. Was mich daran stört, ist der Inhalt. Fast ausschließlich rezitiert Herr Ackermann AfD-Parolen auf verschiedene Arten. Ebenjene Parolen, die auf den ersten Blick kantig sind, empören oder emotionalisieren sollen.

Auf den zweiten Blick, mit etwas kritischem Denken und kurzer Recherche jedoch meist falsch, verdreht oder übertrieben und in einer Diskussion mit zwei Sätzen widerlegt sind. Zu dieser Diskussion kommt es in Leserbriefen jedoch nicht, wie bei der AfD werden eben Sprüche herausgehauen, die besonders bei Menschen Anklang finden, die hauptsächlich Titelzeilen lesen und sie nicht hinterfragen.

So auch bei der Hetze gegen Frau Roth, die keine Schweigeminute im Bundestag abhalten wollte. Der Großteil des Bundestags wollte dies nicht, weil es schlichtweg Instrumentalisierung eines Mordopfers zu politischer Hetze war. Erst letzte Woche hat in München ein Deutscher eine Frau ermordet. Für diese Frau will die AfD keine Schweigeminute abhalten, der Täter war ja kein Flüchtling.

2017 gab es 405 Mordopfer in Deutschland (Statista). Wenn für jedes eine Schweigeminute abgehalten werden würde, könnte der Bundestag einen gesamten Tag seine Arbeit niederlegen und das ist unangebracht.

Ich werde mich nun aktiv gegen die Falschaussagen von Herr Ackermann wehren, um aus dem AfD-Sprachrohr die Diskussion zu machen, der sich der Verfasser hier entziehen will.

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