Leserbriefe

Leibesfülle und weite Hosen

29.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Kein ,Hirseschüssel-Ministerium‘ mehr“ vom 27. Februar. Auf zunehmende Leibesfülle muss man durch weitere Hosen reagieren. Die Verkehrsmisere in unserem Land aber, im Wechselspiel von Individualansprüchen, Ökologie und Energieverschwendung, löst man nicht allein durch neue Straßen. Denn so wie ein weiter Gürtel und ein Paar Hosenträger das Schlemmen bequemer machen, sind neue Straßen voll, sobald der Landrat das Band durchschnitten hat – ohne dass es irgendwo anders nachließe. Das weiß man, seit man Straßen und Parkplätze baut.

Deswegen hätte ich von einem „Entwicklungs“-Minister mehr erwartet als flotte Reden in Wahlkampfmanier. Auch wenn Herr Niebel vorwiegend außerhalb Deutschlands Entwicklung begleitet, müsste er doch ein gewisses Maß an Blickschärfe auch für innere Entwicklungen mitbringen. Stattdessen haut er am Ende seines Interviews noch ein bissle druff.

Und weil es so bequem ist, spricht er gleich von „dem Bildungssystem“, als ob es eben nur eines gäbe, seines nämlich, das er und seinesgleichen zementieren wollen: Dreigliedrigkeit, um die Unterschiede der familiären Standards in den Schulen fortzuschreiben. Wir da oben, ihr da unten.

Politik, Herr Minister, ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Politik. Wenn man also nach Baden-Württemberg pilgert, um eine sterbende Partei aufzurichten, könnte man doch fragen, was die Bürger des Landes veranlasst hat, die Uhren etwas anders zu stellen. Dann klappt’s vielleicht auch mit den fünf Prozent.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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