Leserbriefe

Lärmschutz für die Rümelinstraße

30.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raimund Popp, Nürtingen. Mit dem Lärmaktionsplan Nürtingen werden zurzeit Überlegungen für die Zukunft der Rümelinstraße getroffen. Es zeichnet sich scheinbar ab, dass die Untersuchung kein wirkliches Problem erkennen möchte und somit kein Handlungsbedarf notwendig wäre. Wie kommt es zu dieser Fehleinschätzung? Die Grundlage hierfür ist ein Gutachten, welches statistische Verkehrszahlen hochrechnet und dann die theoretische Lärmbelästigung pro Anwohner herunterrechnet. Allerdings unterschlägt das Modell die wahren Verursacher des Lärms und der Not. Die Rümelinstraße wird werktags geplagt von Baustellen-Lastwagen, bei denen wenige Übeltäter viel verursachen.

Mit über 80 dBA Lärmpegel gemessen an den Gebäudefenstern fahren die leeren Container und Anhänger mit extrem lauten Pritschen wie auf Baustellen durch die Straße. Diese kommen alle zehn Minuten und man hört sie laut beginnend vom einen Straßenende durchpoltern bis komplett zum anderen Ende der Straße. Über 80 dB sind in den Straßen eigentlich gar nicht zulässig, aber das beinhaltet ein Gutachten auf Basis von zulässigen Berechnungsdaten ja nicht. Statistisch fallen diese also unter den Tisch. Dann kommen die vollen Lastwagen mit Anhänger mit Kies und Erdaushub beladen mit zweimal 20 Tonnen Ladegewicht. Dabei wackeln in den ersten Stockwerken der Gebäude die Jalousien. Hier sagt die Richterskala eine Erdbebenstärke der Stufe 3 bis 4 aus. Und das alle zehn bis 15 Minuten. Auch die Erschütterungen dürften nicht sein. Diese führten schon zum Bruch sämtlicher Wasserzuleitungen entlang der Straße und die Brüche der Abwasserleitungen im östlichen Teil müssen einzeln von den Anwohnern mit 3000 bis 5000 Euro selbst bezahlt werden.

Leider wohnen für die Kennzahl „Lärmbelästigung pro Bewohner“ auch noch zu wenige Leute in der Straße, weil es ja noch eine Wohnstraße ohne Wohnblöcke ist. All das stellt die Aussage des Gutachtens nicht an, außer man würde die Kategorie auf die Gruppe „Aktive Baustellenstraße“ umgruppieren und schon käme die Statistik der Realität näher. Man hat die Straße in den 80er-Jahren für den Landkreis geopfert und jetzt führt man es fort, weil man lieber mathematische Kennzahlen benennt. Da es eine komplett stadteigene Straße ist, hoffe ich auch, dass die Stadt den Mut aufbringt, hier für deren eigene Bürger dennoch einen Lärmschutz aufzubringen.

Leserbriefe

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