Leserbriefe

Kulturangebot vom Reißbrett?

21.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Fetzer, Nürtingen. Nach einigen Artikeln und Leserbriefen zum Thema „Kunst- und Kulturzentrum“ möchte ich hier die Gelegenheit nützen, einmal eine ganz andere Sichtweise aufzuzeigen. Für die eine Seite scheint dieses Zentrum der große Wurf zu sein, die andere Seite fürchtet die zu erwartenden Kosten. Ich bin nun jemand der sehr gerne die kulturellen Angebote in unserer Stadt nützt und unterstützt. Früher in ehrenamtlicher Arbeit, heute aus Zeitmangel nur noch monetär. Was mir in dieser ganzen Diskussion leider fehlt ist der Blick auf diejenigen, die diese Angebote in der Stadt nützen. Für mich zählt hier nicht nur das Angebot an sich. Wenn ich zum Beispiel ein Konzert von Grachmusikoff im „Ei“ besuche, dann auch weil mir das Ambiente der Veranstaltung zusagt. Das Schöne in Nürtingen ist doch gerade, dass es viele Orte gibt, die ganz unterschiedlich wirken und einen auch zum Besuch einladen. Ich stelle mir eine Veranstaltung vom „Provi“ nur ungern in einer nüchternen neuen Halle vor. Das es sich bei einem Zentrum immer auch um eine Zentralisierung des Veranstaltungsorts handelt, missfällt mir doch sehr.

Was geschieht denn, wenn von den Kulturvereinen an einem Abend mehrere Veranstaltungen stattfinden? Dort eine Kunstausstellung, im nächsten Raum ein Jazz-Konzert, nebenan dann ein Folk-Konzert und im Weiteren noch Schwoof. Wie soll das gehen? Mal von der Lautstärke ganz abgesehen, ist das dann noch die Kleinkunst, die wir uns wünschen? Wie schnell wird dann von der einen Darbietung zur nächsten gewechselt, einfach weil es möglich ist. Ist es doch gerade das kleine, um nicht zusagen heimelige, was solche Veranstaltungen für viele zu einem Erlebnis macht.

Sicher werden die Befürworter mir erklären, dass es genau so gut wird wie es heute ist. Aber wenn es doch heute gut ist, warum bitte brauchen wir dann ein Zentrum für die Kunst und Kultur in Nürtingen. Warum stärken wir nicht die einzelnen Vereine an ihrem jetzigen Ort und verbessern dort den jeweiligen Zustand nach Kräften. Für mich ist Kunst und Kultur auch ein Ausdruck von Individualität in seiner reinsten Form. Ist da eine Zentralisierung an einem Ort, mit einer wahrscheinlich durchgängigen Architektur das was der Kunst- und Kultursuchende finden möchte? Oder will man mit dieser Idee vielleicht nur denen helfen, die sonst einen neuen Ort für ihre Arbeit suchen müssten. Ich weiß es nicht, aber ich würde mir wünschen, dass sich die betroffenen oder genannten Vereine, als auch Stadt und Gemeinderat gut überlegen, ob sie das gewachsene Kulturangebot gegen eines vom Reißbrett tauschen möchten. Für mich ist das nicht der große Wurf, sondern es wäre ein Verlust für Nürtingen.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

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