Leserbriefe

Kritik ja, aber nicht im Ton vergreifen

21.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Nauendorf, Nürtingen. Zum Leserbrief „Der Winterdienst in Nürtingen“ vom 15. Januar. Es gehört zu den Grundrechten in einer Demokratie, dass Bürger Verwaltungen, Gemeinderäte, Kreisräte und Abgeordnete aller Ebenen kritisieren dürfen. Dies ist ein zwingend notwendiges Korrektiv zum Verwaltungshandeln. Mich stört in Nürtingen seit geraumer Zeit, dass sich manche Bürger dabei oft im Ton vergreifen. Jüngstes Beispiel ist der Leserbrief von Herrn Thomas Karger. Hier wird unterstellt, in Nürtingen habe es eine absolut mangelhafte Vorbereitung auf den Winterdienst gegeben. „Und während andernorts der Bauhof praktisch ununterbrochen unterwegs war und ist, um die Straßen freizuhalten oder provisorisch zu flicken, wird in Nürtingen . . .  nicht mal das Nötigste erledigt.“ Nun war ich in den fraglichen Tagen des frühen Wintereinbruchs unter anderem in Tübingen, in Reutlingen, in Metzingen und in Langenau unterwegs. Ich konnte keineswegs feststellen, dass dort der Winterdienst besser funktioniert hätte. Die Probleme waren überall ähnlich. Vielleicht nehmen wir mal zur Kenntnis, dass es in solchen Situationen kaum möglich ist, sofort alles so rollen zu lassen wie bisher. Das gilt für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr. Bei derartigen Schneemengen mit bis zu 30 Zentimetern in einer Nacht, bei einem derart unvermittelt kommenden Wintereinbruch ist es kaum möglich, sofort alles in den Griff zu bekommen.

Übrigens gilt das auch für Hochwasser. Etwas mehr Respekt vor Naturgewalten stünde uns gut zu Gesicht. In Nürtingen gibt es in den Bauhöfen der Stadt und den Stadtteilen etwa 40 Beschäftigte. Drei Gruppen von Winterdienst haben wir, den Lkw-Dienst, den Kleingerätedienst und den Handdienst. Drei Lkws mit Schneepflügen und Streugeräten und deren Besatzungen stehen im Winter rund um die Uhr abrufbereit zur Verfügung. Sie waren denn auch in den fraglichen Nächten immer unterwegs, auch zu Weihnachten. Die Gruppen des Kleingerätedienstes und des Handdienstes haben kleine Straßen und Gehwege und Überwege freizuhalten. Manche Mitarbeiter des Bauhofes waren in der fraglichen Zeit manchmal bis zu zwölf Stunden im Einsatz. Private Unternehmen waren auch im Einsatz. Dafür gehört ihnen von uns allen Dank ausgesprochen, auch wenn es ihr Job ist.

Rund 150 Kilometer städtische Straßen und viele öffentliche Gehwege lassen sich nicht im Handumdrehen räumen. Arrogante Rechthaberei hilft nicht weiter. Übrigens gehen die Schweizer und die Österreicher mit ihren Winterdiensten anders um als wir. Sie versuchen erst gar nicht, alle Straßen zu räumen. Und die haben mehr Schnee als wir, jedenfalls in vielen Bereichen. Über derartige Konzepte ist nachzudenken: hier sind die Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung gefordert.

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