Leserbriefe

Kranker Staat und wenig Disziplin

03.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Gerteiser, Nürtingen. Zum Artikel „Armut erfasst auch Mittelstandskinder“ vom 24. Oktober. Jede Woche eine Untersuchung, die große Kinderarmut feststellt. Was ich vermisse, ist eine Untersuchung der Ursachen! Es fängt an in der Familie. Die Jugend (zum Glück nur ein kleiner Teil) lernt nicht sparen, nicht haushalten oder kochen, hat keine Disziplin und kann keine Aufgaben erledigen. Die Schule ist das nächste Problem: Kein Bock, abbrechen, chillen, keine Lehre oder auch diese wird abgebrochen.

Die nächste Ursache: alleinerziehend, prekäre Arbeit, Zeitarbeit, 450-Euro-Jobs, zu hohe Miete und null Bock. Am Kindergeld liegt es nicht, unsere Tochter, Jahrgang 1975, bekam damals 50 Mark Kindergeld. Von Kinderarmut war damals keine Rede. Aber es gab noch Arbeit, die nach Tarif bezahlt wurde und über Steuerkarte lief. Unsere Gesellschaft ist in keinem guten Zustand, unser Staat ist krank.

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