Leserbriefe

Kompromiss vor Kampfabstimmung

10.06.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Nägele, NT-Reudern. Zum Artikel „Was passiert nach dem Bürgerentscheid?“ vom 1. Juni. Informiert wurde an diesem Abend, so der Artikel von Frau Lieb, über Aspekte der Abstimmung für oder gegen eine Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Reudern und am Waldfriedhof. Weitere Informationen gab es darüber, dass Verwaltung und Bürgerinitiative aus Zeitmangel nicht mehr in der Lage waren, einen guten Kompromiss zu finden und dass abgesehen von wenigen Hardlinern dieser Kompromiss zum Greifen nahe war – schade. Einen erneuten Auftrag einen Kompromiss zu finden gibt es, sobald keines der Lager mehr als die notwendigen 6300 Stimmen erreicht. Sonst wird 100 Prozent bebaut oder nichts bebaut.

Jetzt darf man schon mal als Bürger etwas direkt mitentscheiden und steht vor der Wahl, Regen oder Traufe und dem leisen flehen, dass doch bitte nicht so viele hingehen, damit die wirklich beste Lösung eines Kompromisses nicht verbaut wird.

In der Schweiz gibt es bei Volksentscheiden die Möglichkeit, dass eine Kompromisslösung mit auf dem Wahlzettel abgedruckt wird und damit neben ja oder nein ein Mittelweg offen bleibt. Deshalb in die Schweiz auswandern halte ich für übertrieben. Es gibt eine Variante. Mein Vorschlag: Zur Abstimmung gehen, aber das Kreuz nicht bei Ja oder Nein machen, also Regen oder Traufe, sondern den Stimmzettel ungültig machen, zum Beispiel mit einem großen K für Kompromiss. Damit werden mehrere wichtige Informationen transportiert. Erstens: Man unterstützt direkte Demokratie durch Wahlbeteiligung. Zweitens: Wenn viele so handeln, verhindern wir eine 100- oder 0-Prozent-Bebauung den Hardliner-Wunsch. Drittens: Eine große Zahl ungültiger Stimmzettel fordert alle zur Erarbeitung eines Kompromisses auf. Und viertens: Sollte es doch ganz knapp für Ja oder Nein reichen und die Zahl der ungültigen Stimmzettel ist größer als Ja oder Nein heißt die Aufgabe für zukünftige Entscheidungen bei Bauvorhaben klar: Kompromiss vor Kampfabstimmung. Also werde ich ein K auf meinen Stimmzettel malen – und damit wird es wieder spannend.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

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