Leserbriefe

Klugheit ist gefragt und keine Parolen

05.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. Zum Artikel „Reden oder nicht – Streit im Umgang mit Pegida“ vom 27. Januar. Furchtbare Verbrechen werden derzeit unter dem Vorwand des Islam verübt, im Irak, in Syrien, Nigeria, Pakistan und offensichtlich auch im innerafrikanischen Niger. Es ist nicht verwunderlich, dass viele Menschen bei uns besorgt sind, gerade auch Muslime. Da gibt die Organisation Pegida vor, das Abendland vor Islamisierung beschützen zu wollen. Sie missbraucht das Motto „Wir sind das Volk“, das uns aus besserem Anlass bekannt ist.

Die etwa fünf Millionen Muslime bei uns, die den Islam oft so lau betreiben wie viele Christen das Christentum, sollen also die Islamisierung des Abendlandes im Auge haben. Daher bezweifle ich, dass Pegida so richtig weiß, was das Abendland ausmacht. Angeblich marschieren in Dresden und anderswo auch „normale“ Bürgerinnen und Bürger mit. Es ist verwunderlich, dass sie sich für – von Rechtsradikalen durchsetzte – Aufmärsche hergeben, bei denen fast nur gehässige Plakate gezeigt werden. Radikalität jeglicher Art geht oft darauf zurück, dass Menschen sich nicht auf die Unvollkommenheit der Welt einzustellen vermögen. Wenn man diese Unvollkommenheit akzeptiert, kann man trotzdem für Verbesserungen einstehen.

Sorgen machen uns die Salafisten, und da besonders der gewaltbereite Teil. Hier wachsam zu sein, ist vor allem die Aufgabe unserer Staatsorgane, von Polizei, Verfassungsschutz und so weiter. Hier sind Können und Klugheit gefragt, nicht Parolen. Ich lese, dass unsere dafür vorgesehenen Organe zehn Anschlagsversuche verhindert haben. Wir können nur hoffen, dass dies auch weiterhin gelingen wird. Wenn man jedoch Teile der Bevölkerung ins Abseits stellt, bereitet man den Boden für Gewalttaten.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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