Leserbriefe

Kleingärtner fühlen sich ungerecht behandelt

16.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Haußmann, Wolfschlugen. Zum Artikel „Kleingärten sollen Vereinen weichen“ vom 1. September. In dem Artikel heißt es „Die bisherigen Pächter verstehen die Welt nicht mehr“. Den Artikel finde ich sehr gut, er gibt die Tatsachen objektiv wieder, allerdings nicht hinreichend den Grund unserer Empörung.

Zu Ostern erhielten fast alle Pächter (mit Ausnahme von drei deutschen und einer türkischen Pächterin) die Kündigung aus den genannten Gründen. Es ist ein Unding, uns allen unterschiedslos zu kündigen, wo überhaupt niemand von uns ein Wochenendhäuschen hat (und nur einige eine Laube) und wo vielleicht einer oder zwei ein Gerümpel auf ihrer Parzelle hatten. Es ist auch ein Unding, wenn man hören muss: „Die Türken müssen alle weg, das ist eine Sauerei, die haben eine andere Kultur!“ Wie schrecklich die „Sauerei“ ist, habe ich am 30. Mai und am 6. Juli mit Fotos dokumentiert.

Besonders krass ist der Fall, wie mit mir beziehungsweise meiner Frau (sie ist Chinesin) umgegangen wird. Schon vor zwei Jahren wurde unsere Parzelle gekündigt. Meine Frau hat alle ihre Beeren und Rosen ausgegraben und an anderer Stelle neu eingepflanzt. Auf der neuen Parzelle hat sie ein Jahr lang unermüdlich den Schachtelhalm bekämpft. Kurz vor Ostern hatte sie endlich wieder Gemüse und Blumen in ihrem Garten, und da kam – pünktlich zum Ostersamstag – das Geschenk der neuerlichen Kündigung. Weder ich noch meine Frau hatten jemals eine Hütte oder Ähnliches.

Aber das ist nicht der Hauptgrund meiner Empörung. Vielmehr ist es der Umstand, dass man von den einfachen kleinen Leuten verlangt, dass sie ihre Hütte einreißen, die sie in zehn oder 20 Jahren mit einfachsten Mitteln gebastelt haben und an der Trauben und ein Pfirsichbäumchen emporwachsen. Und das nur, damit sie sich im kommenden Jahr wieder um eine Parzelle „bewerben“ können. Das ist in meinen Augen der zynische Versuch, uns kleine Racker (Türken und Chinesen) zum Verschwinden zu bringen. Niemand lebt so ökologisch und klimaschonend wie wir Kleingärtner. Aber das muss offenbar aufhören.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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