Leserbriefe

Kitaplätze und das Betreuungsgeld

10.03.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helene Prost, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Die Kosten der Kinderbetreuung“ vom 27. Februar. Als Mutter von sechs Kindern möchte ich Herrn Schöneck darauf hinweisen, dass seine Behauptung, für 100 Euro pro Monat bleiben die Mütter zu Hause, nicht stimmt. Viele Mütter sind auch vor dem Betreuungsgeld zu Hause geblieben, um ihre Zeit dem Kind zu widmen. Sie sehen und sahen dies als ihre Berufung an.

Kitas sind dafür gedacht, Kinder im zarten Alter von ein bis drei Jahren zu betreuen. Befürworter argumentieren, das Ziel sei es, so früh wie möglich den Kleinstkindern Bildung zu vermitteln, was Mama und Papa nicht könnten. Bindungsforscher weisen aber immer wieder darauf hin, dass es in diesem Alter extrem wichtig für das Kind ist, die Bindung zur Mutter aufzubauen und zu vertiefen. Erst wenn die Grundlage der Bindung gelegt ist, kann darauf später aufgebaut werden.

Herr Schöneck ist im Moment noch kinderlos und kann nur als Außenstehender seinen Standpunkt wiedergeben. Jede Mutter jedoch ist eine Insiderin. Sie kennt die durchwachten und unterbrochenen Nächte, wenn das Kind krank ist. Jede Mutter weiß, was es bedeutet, den Alltag zu organisieren. Jede Mutter kennt die zeitraubenden Artztbesuche. Jede Mutter kennt die Mühe der Hausaufgabenhilfe. Jede Mutter kennt das Bedürfnis des Kindes nach Nähe, Wärme und Zuwendung. Dazu braucht Mama Zeit. Zeit, die sie oft nicht hat aber gerne hätte. Und ganz wichtig, Betreuer und Lehrer gibt es viele, sie kommen und gehen. Eine Mutter bleibt, der von ihr geborene Mensch hat sie nur einmal im Leben. Sind wir es den Kindern nicht schuldig, ihnen diese Einmaligkeit zu ermöglichen und zu gönnen? Ein Kitaplatz kostet circa 1800 Euro pro Monat und Kind, eine Vollzeitmutter bekommt symbolische 100 Euro. Und selbst dieser Symbolbetrag wird den Müttern in Abrede gestellt.

Leserbriefe

Demokratie und Parteien

Christof Deutscher, Kohlberg. Zum Artikel „Immun gegen Schulz-Hype“ vom 22. März. Als Jugendlicher hatte ich mal einen Abreißkalender. Auf dem wurde täglich eine Frage gestellt, auf der Rückseite des Blattes fand sich dann die Antwort. An eine Frage erinnere ich mich noch genau: „Wo fand die…

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