Leserbriefe

Kinder unerwünscht?

20.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gabriele Reichert, Altenriet. Dass Kinder gerne im Wald herumstöbern, dort Verstecken spielen, Tiere oder Vögel beobachten, ist eigentlich für jeden ganz logisch. Wenn sich dann aber dieselben Kinder von sich aus oder mit ihren Eltern gegen eine teilweise Zerstörung und Rodung ihres Waldes stellen, einfach weil sie ihn lieben, weil sie ihn mögen und sich dort wohlfühlen, dürfen sie das ohne rechtliche Kenntnisse nicht. So jedenfalls drückte sich der Neckartenzlinger Bürgermeister Krüger in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus, in dem er auf unterschiedliche Aktionen der Bürgerinitiative Rettet den Rainerwald, Presseartikel und Leserbriefe zu sprechen kam. Er verurteilte, dass Kinder ohne den Hintergrund der rechtlichen Lage gegen eine Teilrodung ihres Waldes protestieren. Auf Grund dieser Tatsache sollten sich nun die Eltern der Kindergartenkinder und Schulkinder gezwungen sehen, im Rahmen der Vorschule und der betreuten Schule am besten einen Architekten oder Landratsamtsangestellten im Ruhestand ausfindig zu machen. Dieser kann die Kleinen einmal richtig über die rechtliche Seite eines Vorprüfungsverfahrens, das Raumordnungsverfahren, das Baugesetzbuch, das Bundesbaugesetz verbunden mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz und, falls sie was Falsches sagen, auch noch über das Strafgesetzbuch aufklären.

Den ganz kleinen Windelträgern könnte man dann das Kreislaufwirtschaftsgesetz und das Umwelthaftungsrecht verständlich machen, falls ihre Hinterlassenschaften einmal aus Versehen an einem falschen Ort landen. Emotional veranlagte Kinder, welche aus einem natürlichen Gefühl heraus sich für eine Sache begeistern und auf ihre Weise dafür einsetzen und einfach Unterschriften sammeln, sind heute wohl unerwünscht, jedenfalls in Neckartenzlingen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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