Leserbriefe

Kinder in der Kirche unerwünscht?

23.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nicole Tossel, Wendlingen. Als ich letzten Sonntag die Eusebiuskirche besuchte, beschloss ich meinen einjährigen Sohn mitzunehmen. Während die ersten Lieder gesungen wurden, war er auch begeistert dabei und auch sonst hat er nicht zu viel Lärm gemacht. Während der Pfarrer sprach, brabbelte er auch ab und zu etwas lauter mit, was in diesem Alter denke ich normal ist.

Nach 28 Minuten Gottesdienst begann der Pfarrer seine Predigt, und der Kleine fing an, vor meinen Füßen mit den kleinen Metallbügeln zu spielen, welche an den Kirchenbänke befestigt sind. Diese quietschen leider beim Hin- und Herbewegen. Aber ich selbst fand es noch im Rahmen, immerhin weinte er nicht und schrie auch nicht herum. So kleine Kinder müssen ja erst einmal lernen, 45 Minuten still zu sein.

Leider empfand der Pfarrer dies wohl anders. Ich möchte ihn an dieser Stelle einmal zitieren: „Sie brauchen sich nicht zu schämen, die Kirche zu verlassen, sie können jederzeit gehen, denn das stört ja schon.“ Ich fühlte mich bloßgestellt und verließ mit meiner Mutter, die mich zur Kirche begleitet hatte, und meinem Sohn sofort die Kirche.

Da frage ich mich schon, ob Kinder in der Kirche nicht erwünscht sind. Wenn dieser geringe Geräuschpegel schon zu viel ist, dann können auch viele Behinderte oder Leute, die mal einen Husten haben, nicht in die Kirche gehen. Schade eigentlich, aber da braucht man sich ja nicht zu wundern, warum die Gottesdienste so schlecht besucht sind.

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