Leserbriefe

Keine Kerosinpipeline über die Gemarkung

27.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wilhelm Holder, Unterensingen. Bei allen guten Gründen der Flughafen GmbH für eine Kerosinpipeline – der geplante Trassenverlauf quer durch die Unterensinger Flur ist abzulehnen, nicht wegen des Sankt-Florians-Prinzips, sondern weil Unterensingen durch die Bündelung von regionalen und überregionalen Infrastrukturprojekten (B 313, A 8, ICE-Trasse, K 1219, Gasfernleitung, Naturschutzgebiet) stranguliert wird. Die meisten Bürger können sich noch gar nicht vorstellen, welche Belastungen durch den Bau der ICE-Trasse und den Umbau des Verkehrsknotens A 8/B 313 in den nächsten sechs Jahren auf sie zukommen.

Nun soll als Sahnehäubchen die ortsnah geplante, flurzerteilende Kerosinleitung obendrauf! Ein solches Vorhaben ist den Bürgern von Unterensingen nicht mehr zumutbar! Das derzeit laufende Raumordnungsverfahren wird zur Farce. Das Land und die Stadt Stuttgart sind Gesellschafter der Flughafen GmbH. Ohne sich um die Stellungnahme der Gemeinde zu kümmern, hat man sich längst auf die für die Flughafen GmbH wirtschaftlichste Trasse versteift. Schon im April 2014 wird Flughafenchef Fundel vom Reutlinger Generalanzeiger zitiert, die östliche Trasse (über Unterensingen) sei erstens zehn Kilometer kürzer und zweitens sei weniger Störfeuer von privater Seite zu erwarten. Tatsächlich gibt es für die zweite Trasse im Raumordnungsverfahren keine Aktivitäten. Aktuell haben die Stadt Reutlingen und Walddorfhäslach die Trasse über ihre Flur generell abgelehnt. Nach dem Motto „Ihr könnt gar nicht mehr nein sagen“ erklärte der für Grundstücksangelegenheiten für den Flughafen tätige Exbürgermeister Herr Weil den Unterensinger Gemeinderäten, dass er von der Mehrzahl der betroffenen Grundstückseigentümer schon die Unterschriften hat.

Ist das die von Herrn Kretschmann proklamierte Form des „neuen Gehörtwerdens“ des Bürgers? Will man so dem Regierungspräsidium signalisieren, dass die Trasse gesichert ist? Herr Weil macht für den Flughafen einen tollen Job. In seinem sicher gut dotierten Eifer übersehen er und seine Auftraggeber, dass über den Trassenverlauf nicht ein paar Grundstücksbesitzer entscheiden, die mit fürstlichen Entschädigungen geködert wurden. Jetzt geht es um die Zukunft Unterensingens, und da sind erst einmal Bürgermeister und Gemeinderat zur Stellungnahme gefordert, so wie es im Raumordnungsverfahren vorgesehen ist. Es ist zu hoffen, dass der häufig strapazierte Begriff des lebens- und liebenswerten Ortes für über 4600 Bürgerinnen und Bürger ernst genommen wird und gerettet wird, was noch zu retten ist.

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