Leserbriefe

Kein vermehrbares Gut

08.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, Nürtingen. Mit dem Zauberwort Arbeitsplätze meinen die auf Zeit gewählten Mandatsträger im Land und in den Gemeinden der Allgemeinheit, zu deren Wohl sie angeblich immer tätig sind, sehr vieles, manchmal zu viel zumuten zu können. Die dumme Allgemeinheit begreift nur nicht, was ihrem Wohle dient. Im Großen Forst zeichnet sich ab, dass sich die Allgemeinheit für die Landschaft, für die Landwirtschaft, für Erhaltung wertvollen Ackerbodens, für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Die Stadt meint, ein Riesenklotz mit den Ausmaßen 230 mal 180 mal 21 Meter plus Zufahrtsstraßen, plus Parkplätzen, somit eine gewaltige Land- und Landschaftszerstörung durch großflächige Versiegelung, diene der Allgemeinheit mehr. Die Stadt ist aber nicht nur die Stadtverwaltung und der Stadtrat, sondern sind ihre Bürgerinnen und Bürger. Sie haben ihre Stimmen erhoben und entgegen der Meinung von Herrn Heirich, auch mit sachlichen Argumenten, wie in zahlreichen Leserzuschriften in dieser Zeitung nachzulesen ist.

Auch die Schutzgemeinschaft Großer Forst liefert gute Argumente. Ihre Aktivitäten sind völlig berechtigt, denn was vor den Toren der Stadt an Landschaft zerstört wird, ist für immer zerstört. Das gilt auch für das auf bestem Ackerboden errichtete Messegelände auf den Fildern, gegen das sich die Schutzgemeinschaft Filder und die Stadt Leinfelden-Echterdingen, ungeachtet des Gewinns von Arbeitsplätzen, leidenschaftlich gewehrt hatten, leider erfolglos. Und obwohl eine zweite Start- und Landebahn am Flughafen Stuttgart auch Arbeitsplätze bringt und die Interessen der Flughafenbetreiber von den umliegenden Gemeinden durchaus gesehen werden, sagen sie, einmal muss Schluss sein, nicht nur wegen der Lärmbelästigung, sondern weil Landschaft kein vermehrbares Gut ist. Herr Heirich meint im Interview, das am 31. Januar in der Nürtinger Zeitung veröffentlicht wurde, dass verschiedene Gruppen in unsachlicher Weise gegen die Bebauung vom Großen Forst Stimmung machen würden. Das ist eine Unterstellung, denn er hat nicht gesagt, welche Gruppen es außer der Schutzgemeinschaft gebe, und außerdem wohnen in Nürtingen genug mündige Bürgerinnen und Bürger, die aus eigener Einsicht die Ungeheuerlichkeit des Industrieprojekts im Großen Forst beurteilen können. Der Stadtrat von Wendlingen hat seinen Einwohnern durch eine vernünftige Entscheidung diese Diskussion erspart, die nun leider in Nürtingen stattfinden muss.

Leserbriefe

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