Leserbriefe

Kein Neubau unter der 380-kV-Leitung

05.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Detlef Walser, Nürtingen. Zum Artikel „Problem nur durch Handeln zu lösen“ vom 4. November. Der Nürtinger OB scheint jetzt Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Einer, der in der Informationsveranstaltung im K3N angesetzten Punkte war die Bebauung der Nanzwiese im Roßdorf. Nach wie vor will er also mit aller Macht, und als „problemlose Nachverdichtung“ definiert, unter einer 380-kV-Überland-Leitung Wohnraum für sozial Benachteiligte, Flüchtlinge und einkommensschwache Familien schaffen. Mir scheint, als wäre Herr Heirich noch nie persönlich im Roßdorf gewesen und hat daher nicht die geringste Ahnung, von was er da redet und was er eigentlich nachverdichten will. Deshalb von meiner Seite eine kleine Information im Sinne der Bürgerverteilung in Nürtingen: Die Stadtteile Hardt, Raidwangen, Reudern und Zizishausen haben eine Bevölkerung von circa zehn bis 31 Einwohnern pro Hektar (Ew/ha). Die Kernstadt Nürtingen inklusive Roßdorf knapp über 15 Ew/ha. In keiner der verfügbaren städtischen Quellen sind die separaten Ew/ha für das Roßdorf veröffentlicht worden.

Den Planungen für den Bauabschnitt Roßdorf I, begonnen 1969 mit Reihen-, Atrium- und Hochhäusern, ist aber zu entnehmen, dass das Wohngebiet für eine Einwohnerzahl von 201 Ew/ha ausgelegt war. Mit den Bauabschnitten 2 (viele, bis zu 19-stöckige Hochhäuser) und 3 dürfte sich daran wohl nicht viel geändert haben. Die Ew/ha im Roßdorf dürften, verglichen mit anderen Nürtinger Stadtteilen, somit nach wie vor um ein sieben- bis 20-faches höher liegen. Dem OB schwebt nun also vor, dort, wo schon die meisten Häuser sind, noch weitere Gebäude reinzupferchen. Und dann auch noch unter einer permanent Hochspannung führenden Überlandleitung.

Bayern und der Bund nehmen ihre Bürger ernst und investieren Milliarden, um Hochspannung nicht oder mit Erdkabeln durch Wohngebiete zu führen. Der OB der Kleinstadt Nürtingen hingegen nimmt sehenden Auges schwere gesundheitliche Risiken (zum Beispiel Leukämie bei Kindern – Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz) für sozial Benachteiligte, Flüchtlinge und einkommensschwache Familien in Kauf!

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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