Leserbriefe

Jugendliche mit ihren Anliegen hören

14.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Franco Mandracchia, Nürtingen, Vorstandsmitglied im GEW-Ortsverband Nürtingen. Zum Artikel „Mit guten Argumenten für sich einstehen“ vom 8. Februar. Angesichts der gewaltigen zivilisatorischen Herausforderungen halten wir es als Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für dringend notwendig, der politischen Bildung an unseren Schulen mehr Gewicht zu geben. Das Projekt „Jugend debattiert“ ist in diesem Kontext sehr wichtig.

Der Artikel beantwortet einige wichtige Fragen nicht: Welche Themen standen zur Debatte? Und: Was fangen die Schüler/innen mit den Erkenntnissen/Standpunkten an, die sie bei der Debatte gewonnen haben? Bleibt der Diskurs ein „Sandkastenspiel?“ Es geht um „Fragen, die alle etwas angehen“, lese ich auf der Homepage von „Jugend debattiert“. Als Beispielthema ist dort unter anderem genannt: „Sollen ungesunde Lebensmittel stärker besteuert werden?“. Frage: Was fangen die Schüler/innen mit der Position an, dass unterschiedliche Mehrwertsteuersätze durchaus eine sinnvolle Steuerungswirkung entfalten könnten (zu der sie ja vielleicht gelangen)? Zwei Fragen, die uns „alle etwas angehen“ tauchen vermutlich nicht im Wettbewerb auf: „Halte ich es für notwendig, mich am 15. März an der internationalen Aktion der Kampagne ‚Fridays for future‘ für mehr Anstrengungen der Politik in Sachen ‚Klimaschutz‘ zu beteiligen? Ist mir der Einsatz für dieses Ziel so wichtig, dass ich die Sanktionen für Schulpflichtverletzung in Kauf nehme, die ich für eine Beteiligung an einer Demonstration während der Unterrichtszeit erwarten muss?“ 30 000 Schüler und Schülerinnen in der Bundesrepublik haben am 18. Januar diese Frage mit „Ja“ beantwortet.

Dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg folgend haben sie sich entschieden, nicht nur zu debattieren, sondern zu handeln. Ein Debattenthema für uns als Erwachsenen-Gesellschaft könnte sein: „Welchen Anteil tragen wir daran, dass Jugendliche mit ihren Zukunftssorgen erst dann gehört werden, wenn sie – kalkuliert – Regeln verletzen?“

Leserbriefe

Nürtingen sollte die Chance nutzen

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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