Leserbriefe

Johanneskirche und Bürgerbegehren

21.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Sigler, Wendlingen. Zum Leserbrief „Streit um die Johanneskirche“ vom 10. Mai. Den Vorwurf von Un- und Halbwahrheiten kann ich bei den Interessengruppen nicht entdecken. Ebenso wenig die marode Bausubstanz. Aus Herrn Rolfs Darstellung zum Erhalt von orts- und zeitgeschichtlichen Gebäuden wird deutlich, dass es ihm an kulturhistorischem Gespür mangelt. Wäre überall und zu allen Zeiten nach seinen Vorstellungen verfahren worden, wie sähe es dann in Rom, Paris, Wien und anderswo ohne deren kulturhistorisch wertvollen Bauwerke aus.

Zugegeben, dafür ist die Johanneskirche noch nicht „alt“ genug. Aber immerhin stellt sie ein prägnantes, das Stadtbild prägendes und bestimmendes Gebäude dar und steht vor allem für die fusionierte Kirchengemeinde genau am richtigen Platz, nämlich in der Stadtmitte. Sie ist, im Gegensatz zur Eusebiuskirche, bequem zu erreichen. Das neue Zentrum ohne Johanneskirche ist kein adäquater Ersatz. Die beschlossene Lösung wirkt wie ein Essen ohne Salz. Dass man den Turm aus Eigennutz stehen lässt, betrachte ich als Provokation. „Pecunia non olet.“ Die Interessengruppen kämpfen darum, dass die Johanneskirche gerettet wird. Wie bei jeder Wahl kann man auch das Wahlergebnis der Kirchengemeinde unterschiedlich interpretieren. Das Stimmrecht für Pfarrer wird deshalb nicht in Frage gestellt. Dennoch ist es mehr als fragwürdig und moralisch bedenklich, wenn ein Pfarrer für den Abriss votiert, obwohl er in den Fusionsgesprächen den Eindruck vermittelt hat, dass die Johanneskirche erhalten bleibt und jetzt mit seinem Votum den Unterboihinger Gemeindegliedern in den Rücken fällt. Leider kamen die Unterboihinger nicht auf die Idee, einem Pfarrer nicht glauben zu können.

Nach jetzigem Stand wird es für viele Jahre keine geeinte evangelische Kirchengemeinde in Wendlingen geben, die Fusion wird konterkariert. Die Investition für das Neue Zentrum, das gerade Sinnbild für einen neuen Aufschwung sein sollte, kann man bei dieser Konstellation sparen. Das angestrebte Bürgerbegehren ist ein demokratisch legitimiertes Recht. Die Kirchengemeinde geht ein hohes Risiko mit unabsehbaren Folgen ein. Schon einmal sind hochgesteckte Erwartungen für ein Projekt (Sportpark) an einem Bürgerbegehren gescheitert. Nie wurde von den Interessengruppen die Einbeziehung einer Behinderteneinrichtung in Frage gestellt. Um das Seelenheil ausgetretener, in Nachbargemeinden übergewechselter Gemeindeglieder muss sich Herr Rolf keine Gedanken machen. Auch dort wird Gottes Wort verkündet. An alle Bürger aus Wendlingen mit den Stadtteilen Unterboihingen und Bodelshofen appelliere ich, aktiv zu werden und sich in die Unterschriftslisten einzutragen und ihr Stimmrecht bei einem eventuellen Bürgerbegehren wahrzunehmen.

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