Leserbriefe

Ist in Beuren die Uhr stehen geblieben?

01.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tobias Metzger, Nürtingen. Zu den Artikeln „Historischer Dorfcharakter soll bleiben“ vom 29. März und „Sanieren oder abreißen?“ vom 18. Mai. Bislang hatte Beuren großes Glück damit, dass die Uhren bezüglich der Bautätigkeiten dort in den letzten Jahren langsamer gingen als in den meisten anderen Gemeinden in Deutschland. Dadurch hat sich eine Vielzahl historischer Gebäude und vor allem ein zusammenhängender dörflicher Charakter ergeben, den man nur noch sehr selten findet. Leider ist die Uhr aber wohl nicht ganz stehen geblieben, sodass sich die Gemeinderatsmitglieder geschmacklich nun in den 1950er- bis 90er-Jahren befinden: Während in anderen Städten (Frankfurt, Berlin, . . .) vor Jahrzehnten abgerissene Gebäude nun wieder für teuer Geld aufgebaut und mit allerlei anderen, teuren Programmen und Anpassungen versucht wird „Atmosphäre“ in austauschbare, da immer gleich aussehende Stadtteile zu bekommen, wird in Beuren „modernisiert“. Hier denkt man über den Abriss denkmalgeschützter Gebäude (Rathausstraße 1) nach und beschließt den Abriss von Gebäuden, die zwar nicht denkmalgeschützt sind, aber für das Gesamtbild des Dorfes doch eine wichtige Rolle spielen (Stocknachstraße 3).

Anstatt eines kompletten Abbruchs hätte man sich bei Letzterem darauf einigen können, das Gebäude so zu modernisieren, dass es den heutigen Ansprüchen genügt und doch ins Dorf passt. Stattdessen kommt nun vermutlich ein Gebäude, hübsch weiß verputzt und austauschbar mit jedem Dorf und jeder kleinen Stadt vom Bodensee bis nach Flensburg. Oder so ein „schicker“ Klotz wie in der Linsenhofer Straße 25. Und in ein paar Jahren fragt man sich dann, warum so etwas einmal „modern“ war und zwischen all die durchaus toll restaurierten historischen Gebäude, die es ja auch in Beuren gibt, gebaut werden durfte.

Die langsamere Uhr zeigt sich auch darin, dass sich der Gemeinderat in Beuren damit beschäftigt, wie man mehr Autos in die Dorfmitte bekommen kann (wozu braucht man sonst mehr Parkplätze?), während der Rest der Welt sich darüber den Kopf zerbricht, wie man Autos wieder aus den Städten bekommt! Hätte man das schon vor ein paar Jahren gewusst, hätte sich Beuren – und der Steuerzahler – den teuren Tunnel und die verkehrsberuhigte Durchfahrt ja sparen können.

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