Leserbriefe

„Irrsinn und Ignoranz“

23.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „EU unterstützt Bauern mit 500 Millionen Euro extra“ vom 8. September. Irrsinn und Ignoranz: Seit etlichen Jahrzehnten unterstützt die Politik eine gigantische Tierquälerei und schießt immer wieder zusätzlich Mittel nach.

Wer erinnert sich noch an die Butter- und Fleischberge der 70er-Jahre? Nun Jahr für Jahr das Gejammer der Milchbauern, dass ihre Verkaufserlöse zu niedrig sind und nicht entfernt die Kosten der Erzeugung decken. Etwas Vergleichbares ist mir aus der Industrie nicht bekannt (mit Ausnahme des Kohlebergbaus). Dort stellt man sich über die Jahre hinweg auf den Markt ein.

In der Landwirtschaft ist das vielfach nicht der Fall, wohl wegen der katastrophalen Subventionspolitik. Stattdessen werden empfindsame Tiere als Turbomilchmaschinen hochgezüchtet, egal welche Qualen die Kuh leidet – um noch mehr Milch auf den Markt zu gießen, die keiner braucht.

Ebenso wie der Medizinsektor durch die Pharmaindustrie beherrscht wird, steuern die Agrokonzerne die Landwirtschaft. Wie es den Tieren geht, und was aus den Böden, den Insekten und den Mikroorganismen wird, spielt dabei kaum eine Rolle.

Der Bauernpräsident setzt auf maximale Erträge, Expansion und Export. Er hat anscheinend nur Zahlen im Kopf. Biolandbau interessiert ihn nicht. Deshalb importieren wir große Mengen Bioerzeugnisse, die wir auch in Deutschland anbauen könnten, wenn wir eine andere Agrarpolitik hätten.

Die Niederländer zahlen Schweinezüchtern Prämien, um sie loszuwerden. Damit sich diese Massentierbetriebe dann in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern ansiedeln, zahlen die EU-Behörden massenweise Geld an zum Beispiel dänische Betreiber.

Folge: massive Boden- und Grundwasserverseuchung in Norddeutschland durch Gülle und Antibiotika und so weiter. Und die ganze Tierquälerei. Und wieder das Gejammer wegen der sinkenden Preise für Schweinefleisch. Nur ein paar Beispiele des umfangreichen Irrsinns.

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