Leserbriefe

Integration – einmal andersherum gedacht

15.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Morr, NT-Zizishausen. Wenn Muslime aus dem Nahen und Mittleren Osten (Türkei, arabische Staaten) oder aus Nordafrika nach Deutschland, nach Westeuropa einwandern, bringen sie ihre Kultur, ihre Ess- und Trinkgewohnheiten, Traditionen, Sprache und ihre Religion mit und erwarten ganz selbstverständlich, dass wir all dies bei uns akzeptieren und letztlich auch integrieren – denn wir sind bekanntlich tolerant, also duldsam.

Manches, was die Migranten aus ihren jeweiligen Heimatländern mitbringen, akzeptieren wir sogar bereitwillig, wie zum Beispiel den Döner oder andere schmackhafte Gerichte, so wie wir es bei zugewanderten Italienern, Griechen, Spaniern und so weiter auch gemacht haben. Ich esse zwar gern schwäbisch, aber „den“ Griechen, Italiener oder Chinesen von nebenan verschmähe ich auch nicht. Abwechslung tut – zumindest in der Ernährung – gut.

Andere „kulturelle“ Gepflogenheiten wie Zwangsheiraten, Ehrenmorde, die Errichtung von Moscheen – gar mit Muezzinruf – sehen wir nicht so gern, von mafiösen Strukturen ganz zu schweigen. Und gewisse rechtliche Vorschriften aus dem islamischen Kulturkreis wie Handabhacken bei Dieben gemäß Koran Sure 5, 38, das Schlagen von Frauen gemäß Sure 4, 34 oder gar die Todesstrafe für Glaubensabtrünnige sind mit unserem Grundgesetz überhaupt nicht vereinbar.

Nehmen wir nun an, eine Gruppe westeuropäischer Katholiken, Protestanten oder Atheisten – oder gar eine Gruppe orthodoxer Juden aus Israel – wollte nach Saudi-Arabien oder in ein anderes Land einwandern, in dem der Islam Staatsreligion ist, und sich dort dauerhaft niederlassen, ihre jeweiligen Ess- und Trinkgewohnheiten, ihre Traditionen und ihre Religion im Land praktizieren und am Ende ihre Kultur dort sogar parallel zur gewachsenen Kultur der Einheimischen etablieren. Sie würden Kirchen oder Synagogen errichten wollen; sie würden Wein und Bier trinken wollen, vielleicht auch mal einen Schnaps; Katholiken, Protestanten und Atheisten würden Schweinefleisch essen wollen. Warum auch nicht? Es schadet niemandem, insbesondere nicht demjenigen, der es nicht essen mag.

Bliebe abzuwarten, wie die Bevölkerung und wie insbesondere die Regierung und die Beamten in einem islamischen Land auf derartige Ansinnen von Migranten reagieren würden, die doch nur die gleichen Rechte für sich beanspruchen wollten, die Muslime bei uns einfordern. Wären sie genauso tolerant wie wir? Hätten sie den gleichen Respekt vor „fremden“ Kulturen wie wir? Würden sie die Errichtung von Kirchen und Synagogen zulassen? Würden sie ihren neuen Staatsbürgern erlauben, Schweinefleisch zu essen und Bier und Wein zu trinken? Würden sie diesen Migranten also erlauben, so zu leben, wie sie es in ihren Herkunftsländern gewohnt waren?

Leserbriefe

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Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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