Leserbriefe

Integration bedarf der Anstrengung aller

28.09.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. Zum Leserbrief „Die Ungerechtigkeit im Land besiegen“ vom 14. September. Wenn man krank ist, lernt man die Vorzüge unseres Sozialstaats immer mehr zu schätzen, das gute Essen auf Rädern, die freundlichen Schwestern der Diakonie, die einen zu Hause betreuen und vieles mehr. Ich stimme also dem Leserbrief von Herrn Kuby zu, der ein insgesamt positives Bild unserer Republik entwirft, dabei aber Kritik nicht ausspart, zum Beispiel die ungerechte Vermögensverteilung.

Das Genörgel der Rechten geht mir mehr und mehr auf die Nerven, die „Wutbürger“, die jede Güterabwägung hinter sich gelassen haben. Man muss wohl alt werden, um zu sehen, dass unsere so beleumdete „Lügenpresse“ trotz Ausreißern die beste Presse ist, die wir je auf deutschem Boden hatten. Und dann die „Abgehängten“, als ob nicht jeder zunächst einmal für sich selbst verantwortlich wäre.

Hier wird wohl teilweise persönliches Versagen nach außen projiziert. Das Schreckgespenst der Islamisierung Deutschlands verrät einen Mangel an Mathematik (Prozentrechnung).

Und die Flüchtlinge: Auch wir, die als „Gutmenschen“ verhöhnt werden (ein Hohn, der dem viel erwähnten „christlichen Abendland“ ganz und gar nicht entspricht), sehen, dass vieles nicht so gut läuft. Aber die Hoffnung auf eine Lösung durch Abschiebungen, die in manchen Fällen notwendig sind, ist wohl illusionär. Das verhindert auch unser Rechtsstaat, den ja hoffentlich auch die Rechten nicht abschaffen wollen.

Wir müssen davon ausgehen, dass die Lösung der Probleme (Integration und so weiter) unserer gemeinsamen Anstrengung bedarf. Schon jetzt möchte ich die vielen loben, die sich freiwillig um eine Besserung der Situation bemühen. Inzwischen werden die „Das darf man doch wohl noch sagen“-Leute laut und lauter. Die Argumente scheinen sich immer mehr auf „Hau ab“, „Volksverräter“ und so weiter zu verengen. In aller Bescheidenheit darf ich sagen, dass wir, die vielen anderen, auch „das Volk“ sind.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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