Leserbriefe

Innenstadt: Klare Linie für Außenbewirtung

19.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Für eine belebte Nürtinger Innenstadt“ und zum Kommentar „Papier ist geduldig“ vom 2. August. Frau Lieb bringt es in ihrem Kommentar auf den Punkt: Papier ist geduldig. Grundsätzlich ist es ja zu begrüßen, wenn man sich um eine Belebung der Innenstadt bemüht. Was aber will der Gemeinderat machen, wenn die Hauseigentümer sagen „elles blos koi Wirtschaft, do hoscht blos Ärgr“.

Eine sinnvolle Maßnahme wäre die Reduzierung der Gebühren für Außengastronomie. Die ist in anderen Städten deutlich geringer. Doch wie will man es schaffen, dass ein paar „langweilige“ Geschäfte Platz für „interessantere“ Geschäfte machen. Die Vermieter setzen doch lieber auf zahlungskräftige, zuverlässige Mieter, am besten große Ketten mit mehrjährigen Verträgen, und kümmern sich weniger um die Attraktivität für die Umgebung. Interessant wären sicherlich „Fressgassen“ wie zum Beispiel die längste Theke in der Altstadt in Düsseldorf oder auch St. Michele in Paris. Wird schwierig in Nürtingen, welches Geschäft würde dafür freiwillig den Laden räumen?

Die Volksbank hätte bei ihrem Umbau – ähnlich der KSK – eine gute Möglichkeit gehabt, zum Beispiel wenigstens die kleine Eisbude daneben in ihr Gebäude zu integrieren. Wollte sie nicht, wieder war das Eigeninteresse wichtiger. Auch wenn man selbst nicht viel für die vielen Schaufenster zu bieten hat.

Wie der Gemeinderat den Spagat zwischen Belebung und Bewohner meistern wird, bin ich gespannt. Auch mehr Außengastronomie ist gewünscht. Wichtig wäre, eine klare Linie, wie weit „der Spaß“ gehen darf, und wann definitiv Ruhe zu herrschen hat. Sonst wird das ein Freibrief für die Lärmmacher. Wie ich erst unlängst erfahren durfte, weiß auch manch Gastronom selber nicht genau, wann er auf seiner Außenbewirtschaftung für Ruhe zu sorgen hat. 23 Uhr? Oder 23.30 Uhr? Reicht es, wenn ich einfach nicht mehr bediene oder muss ich selbst für Ruhe sorgen, Gäste nach Hause schicken oder in die Wirtschaft hinein bitten, wo man noch länger sitzen darf? Und da war was bis Mitternacht am Wochenende, aber schon ab Freitag oder nur samstags?

Oft wird es auch gerne vergessen beziehungsweise übersehen – den Gästen zuliebe, die nicht nach Hause finden und wenig Verständnis für die Mitbürger haben, die morgens wieder früh aufstehen müssen. Es gibt leider zu wenig Gastronome, die es verstehen, den Gästen dies verständlich beizubringen. Eine klare Linie (Uhrzeit), die auch entsprechend bekannt gemacht wird (vielleicht mit deutlich sichtbarem Aushang an den Gaststätten) und entsprechenden Bußgeldern könnte auch den Gastronomen hilfreich sein.

Leserbriefe

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