Leserbriefe

In höchstem Maße widersinnig

16.09.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Brigitte Menyhart, Bempflingen. Zum Artikel „Bunker nur noch für die Fledermäuse“ vom 13. September. Da wurde vor 50 Jahren die Natur im Tiefenbachtal zerstört, für ein Munitionsdepot. Nun, nachdem sich die Menschen vor Ort damit arrangiert haben, die Natur sich erholt hat, seltene Vögel- und Pflanzenarten, Eidechsen und andere Tiere sich angesiedelt haben, soll wieder alles zerstört werden. Warum glaubt der Mensch hier in diesem Land eigentlich immer, er müsse in die Natur eingreifen und bestimmen, wie sie gefälligst zu sein hat? Warum lässt man sie nicht einfach machen? Die Natur braucht den Menschen nicht. Alles muss immer geregelt sein. Wie viele Eidechsen sind schon für immense Summen umgesiedelt worden? Und, sind sie noch alle da? Oder waren sie so unverschämt und haben sich eine neue Bleibe gesucht, eine die ihnen besser gefällt, als die von sogenannten Spezialisten ausgesuchten? Eigentlich haben wir im Schwarzwald doch das beste Beispiel. Die Flächen, die der Sturm Lothar zerstört hat, haben sich selbst renaturiert.

Von den 48 Bunkern sind über 30 von kreiseigenen Institutionen belegt. Wohin mit alledem? Ach ja, dazu hat man sich noch keine Gedanken gemacht. Sollten die Zuständigen aber. Denn auf die angrenzende Entsorgungsstation gehören diese Dinge bestimmt nicht. Also muss nach neuen Lagermöglichkeiten gesucht werden. Das wird sicher nicht einfach, aber auf jeden Fall teuer. Möglicherweise muss dann auch wieder Ausgleichsfläche gesucht werden, falls irgendwo im Landkreis neu gebaut wird. Soll wirklich für eine neue Erddeponie alles zerstört werden?

Kein normal denkender Mensch versteht diese Logik, die hier angewandt wird. Erst mal alles abreißen und dann überlegen wie es weitergeht. Warum nicht einfach einmal über den Tellerrand hinausschauen, den Vertrag überarbeiten und nach einer Lösung suchen, mit der alle leben können? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in einem Bundesland mit einem grünen Ministerpräsidenten nicht möglich ist, einen Vertrag, der in höchstem Maße widersinnig ist, zu ändern und der Natur eine Chance zu geben, sich weiter zu entfalten. Und zwar so, wie sie es möchte. Und es kostet nichts! Nur die Überwindung der Verantwortlichen, die sich nur einmal eingestehen müssen, dass man etwas besser machen kann als irgendwann mal vorgesehen. Oder hat ein einzelnes Amt im Landkreis so eine Machtstellung, dass es den anderen Ämtern das Wasser abgraben kann, indem Lagerflächen beseitigt werden, die dringend gebraucht werden und zudem in unmittelbarer Nähe des Freilichtmuseums liegen? Auch das kreiseigene Sandsacklager für Katastrophenfälle wäre davon betroffen. Außerdem geht diese Aktion mal wieder direkt am Bürgerwillen vorbei. Wir dachten, dass diese Zeiten vorbei sind!

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

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