Leserbriefe

In einigen Zügen muss man stehen

08.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen. Zu den Leserbriefen „Es fallen keine Sitzplätze weg“ und „Der Streit um die Zahl der Sitzplätze“ vom 30. Januar. Die beiden Leserbriefe verdeutlichen das Problem auf der Bahnstrecke zwischen Tübingen und Stuttgart. Jeder kann sich darauf verlassen: meine Rechnung stimmt. Es werden durch das grüne Verkehrsministerium in der Spitzenzeit zwischen 6 und 8 Uhr so viele Bahnkapazitäten abgebaut, dass es für den Pendler ab 2019 zum Normalfall gehören wird, im Zug zu stehen.

Für die Wendlinger stellt sich das Problem übrigens nicht. Ab Wendlingen fahren sowohl die S-Bahn wie auch der Regional-Express in Richtung Stuttgart.

Dagegen sind die Pendler, die in Bempflingen, Nürtingen und Oberboihingen in den Zug steigen, die Betroffenen. Es ist unlauter, wenn seitens der Grünen behauptet wird, heute fahren vor allem einstöckige alte „Silberlinge“. Tatsächlich verkehren auf der Strecke im Wechsel insgesamt sieben Züge, davon ist einer ein Silberling mit 500 Plätzen. Die anderen Züge sind jeweils Doppelstöcker mit zwischen 600 und 630 Sitzplätzen. Dazu kommen noch die Regionalbahnen, die dank Verkehrsminister Hermann 2019 ersatzlos wegfallen. Es fehlt also zukünftig alleine zwischen 6 und 8 Uhr die Platzzahl in der Größenordnung eines ganzen Zuges.

Da die Züge ab 2019 bereits voll aus Metzingen ankommen, werden den Nürtinger Pendlern nur noch Stehplätze bleiben. Das wird sie wieder ins Auto zurücktreiben. Den Hinweis des Pressesprechers aus dem grünen Verkehrsministerium, es wäre doch wünschenswert, die Bahnnutzer würden zu weniger frequentierten Zeiten fahren, kann ich nur mit Häme kommentieren. Scheinbar geht dieser Mann davon aus, dass die Pendler aus Spaß morgens um 6 oder 7 Uhr am Bahnhof stehen.

Die Ankündigung, man könne, falls die Platzkapazität nicht reichen sollte, kurzfristig einfach die Zahl der Züge erhöhen, ist wenig fundiert. Denn erstens streicht ja der grüne Verkehrsminister zwei dringend benötigte Regional-Bahnen zur Spitzenzeit. Und zweitens hat der Bahnhersteller Bombardier für seine Züge eine Lieferzeit von mindestens zwei Jahren. Ein Chaos in 2019 hätte also frühestens eine Abhilfe im Jahr 2022 zur Folge.

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