Leserbriefe

In die Entscheidung Bürger einbeziehen

11.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alfred Fischer, Frickenhausen. Zu den Leserbriefen „Die Flüchtlinge brauchen Hilfe“ vom 26. September und „Weniger Vorurteile gegenüber Flüchtlingen“ vom 27. September. Man kann mit Leichtigkeit für die Unterbringung von Asylanten in einem Wohngebiet sein, wenn man selber nicht unmittelbar davon betroffen ist. Ich würde Anja Krämer und Ulrike Wolf, die so viel Nächstenliebe predigen, empfehlen, doch einige Asylanten bei sich im Haus oder in ihrer Wohnung aufzunehmen oder wenigstens Wohncontainer in ihrem Garten aufstellen zu lassen, um sich um diese Menschen kümmern zu können. Das Landratsamt Esslingen wäre ihnen sicher dankbar.

Wir, die erweiterte Nachbarschaft der Sternbergstraße, wurden per Handzettel darüber informiert, dass das Landratsamt Esslingen das Wohnhaus in der Sternbergstraße 1 gekauft hat. Darin sollten 35 Asylanten untergebracht oder besser eingepfercht werden. Des Weiteren sollte dem mündigen Bürger und Steuerzahler das Ganze in einer Info-Veranstaltung erklärt und schmackhaft gemacht werden. Bei dieser Vorgehensweise ist doch vorprogrammiert, dass Aggressionen gegen die so handelnden und verantwortlichen Personen entstehen sowie eine Abneigung gegen Menschen entsteht, die noch gar nicht da sind und eigentlich nichts dafür können.

Der mündige Bürger will bei so einer wichtigen Veränderung rechtzeitig in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Sind wir in unserer Demokratie schon so weit, dass der Bürger nichts mehr zu sagen hat? Dann haben die Verantwortlichen nichts aus Stuttgart 21 gelernt, aber „no au gar nix“!

Ich befürchte aber, dass hier ein sozialer Brennpunkt in einem friedlichen Wohngebiet entsteht und dass meine Lebensqualität leidet, wenn es nachts Lärm und Unruhe gibt bei 35 Personen unterschiedlichster Kulturen, Religionen und Herkunftsländern, die auf engstem Raum und ohne genügend Freifläche untergebracht werden sollen. So haben Eltern Angst um ihre Kinder (Schulweg) und alleinstehende Frauen sind um ihre Sicherheit besorgt.

Des Weiteren habe ich hier ein Haus gebaut, wie viele meiner Nachbarn auch, um im Alter mietfrei zu wohnen! Wenn ich nun altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen mein Haus verkaufen müsste, um ins Altersheim ziehen zu können, dann würde der Verkaufserlös deutlich geschmälert, wenn ich einem Kaufinteressenten erkläre, dass sich nebenan das Asylantenheim befindet. Wer kommt für den Differenzbetrag auf? Haben sich die beiden Frauen darüber auch schon einmal Gedanken gemacht oder stellen sie das Wohl der Asylanten über das der Bürger?

Leserbriefe

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