Leserbriefe

Im Westen die Freiheit gefunden

19.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Anita Theurer, Oberboihingen. Zum Artikel „Wahlerlebnisse aus der ehemaligen DDR“ vom 15. September. Dazu kann ich viel hinzufügen, was nicht einmal den Linken bekannt sein könnte! Am 18./19. Juni 1953 wurde ich mit vielen anderen auf einen Lkw der sowjetischen Armee abtransportiert von Premnitz nach Rathenow in die „Sowjetische Kommandantur“ (Brandenburg). Leider wusste ich gar nicht, was los war und mir da passierte. In Premnitz waren eine Menge Menschen vor dem Spinnerei-Kombinat in Bewegung und ich bin eben mitgelaufen. Hatte aber keine Ahnung, um was es sich eigentlich handelte. Habe es erst auf der Kommandantur erfahren, dass am 17. Juni ein Aufstand wegen Normerhöhung begann.

Man fragte mich, ob ich die Hintermänner, Westagenten oder andere Aufwiegler kenne. Was ich immer wieder verneinte und nicht wusste, wie dieser ganze Spuk vorbeigeht. Am 19. Juni 1953 wurde mir mitgeteilt, dass ich die Wahrheit gesagt habe. Da aber noch Ausgangssperre war, wurde ich bis vor die Haustür gefahren in Rathenow, wo ich wohnte zu der Zeit. Um 5.30 Uhr war ich in meiner Wohnung. Ich war sehr froh, dass ich nicht der Volkspolizei übergeben wurde. Diese Humanität rechne ich den Russen heute hoch an. Daher kann ich nur Gutes sagen. Mir ist sehr viel erspart geblieben.

Von März bis Dezember 1954 war ich in der Finanzschule in Melchow über Bernau/Berlin (Eberswalde und Brandenburg). Als meine Ausbildung 1956 abgeschlossen war, stand für mich fest, dass ich in den Westen gehe. Weil ich mir meine Freiheit erhoffte. Im Monat Januar 1957 bin ich nach Berlin-Marienfelde in das Notaufnahmelager gegangen. Nun hatte ich die DDR verlassen. Auch hatte ich meine Freiheit gefunden.

Auch hier im geeinten Deutschland gibt es zu viele Parteien, die nur eins möchten, ihre Fantasien einbringen. Aber bis heute kümmert sich keiner der vier Parteien um die Wirklichkeit und was den Wähler interessiert. Es gibt nur eine von den vier Parteien, die uns Hartz IV und die Riester-Rente beschert hat. Aber keiner hat den Mut, genau zu erklären, wie alles bezahlt werden soll. Vielleicht alles subventionieren wie ehemals in der DDR. In der DDR stand ja immer schon das Ergebnis der Wahl fest. Habe es 1954 selbst erlebt. Für mich gibt es nur eine Partei, und die wird nicht verraten.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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