Leserbriefe

Ich habe diese Kirche geliebt

09.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Traugott Tempel, Deißlingen-Lauffen. Als ehemaliger evangelischer Pfarrer von Unterboihingen (1985 bis 1995) möchte ich davon schreiben, wie ich die Johanneskirche erlebte, vor allem ihre Größe. Die Kirche, 1964 erbaut, hat etwa 500 Sitzplätze. Ich erlebte sie voll besetzt an Heiligabend, besonders beim zweiten Gottesdienst um 22 Uhr, der ökumenisch gefeiert wurde, und bei besonderen Anlässen, etwa beim 25-jährigen Jubiläum 1989 der Kirche und bei manchen Konzerten sowie bei der Konfirmation.

Hilfreich war sie, als einmal die katholische Kirche längere Zeit nicht benutzbar war: Durch einen Schwelbrand, wohl ausgehend von einem Heizkörper an der Orgelbank, war alles in der Kirche von einer schwarzen Rußschicht überzogen und überall roch es widerlich. Da bot unser Kirchengemeinderat sofort eine Mitbenutzung unserer Johanneskirche an.

Eine Bewährungsprobe war der immer sehr gut besuchte Schülergottesdienst – die weiterführenden Schulen waren in der Nähe –, der bisher nach Konfessionen getrennt war. Ich wurde gebeten, diesmal auch die katholischen Schüler in unseren Gottesdienst aufzunehmen. Der Gottesdienst verlief bemerkenswert ruhig, bei etwa 300 Schülern. Zur Erstkommunion stellten wir sogar die Kirche für den ganzen Vormittag zur Verfügung und wichen mit unserem Gottesdienst in das Gemeindehaus in der Neuburgstraße aus.

Bei der Renovierung der Johanneskirche 1989 gab es übrigens ein paar Verbesserungen: Es wurde eine Rampe für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen zum Eingang hin angebracht. Die Glasbausteine in der Rückwand wurden durch ein aussagekräftiges und farbenfrohes Bild des Künstlers Michael Münzer ersetzt. Ein Teil der Seitenwand wurde als Gedenkwand an die 1969 abgebrochene frühere Kirche gestaltet. Der alte Taufstein, den die Familie Otto aufwendig restaurieren ließ, fand seinen Platz im hinteren Teil der Kirche, geeignet für Taufen im kleinen Kreis, und ein wertvolles Kruzifix, beim Abbruch von Irmgard Otto gerettet, wurde in der Seitenwand der Sakristei der Johanneskirche verankert.

Ich habe diese Kirche geliebt. Ich war auch immer der Ansicht, dass sie optisch die „Neue Stadtmitte“ bereichert, ja ihr eigentlicher Mittelpunkt ist.

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