Leserbriefe

Holz und Kohle verpesten die Luft

01.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Petra Göhler, Nürtingen. Zum Artikel „Öfen erhöhen Feinstaubwerte enorm“ vom 19. November. Fast zehn Jahre ist es her, als ich mich auch im Namen meiner Familie mit Leserbriefen in der Nürtinger Zeitung vehement gegen die ungehemmte Ausbreitung der auf Holz und Kohle basierenden Kleinfeuerungsanlagen ausgesprochen habe. Ich äußerte damals mein Unverständnis über die 2004 beschlossene Rücknahme des Verbrennungsverbotes für Festbrennstoffe (Holz, Kohle) für Stuttgart, in meinen Augen ein enormer Rückschritt für die Gesundheit und die Lebensqualität.

Die damalige Befürchtung, dass man dies einige Jahre später bereuen würde, scheint sich nun zunehmend zu bewahrheiten. Als man 2007 feststellte, dass die Luft während der Heizperiode sich mancherorts kaum von der in der Silvesternacht unterschied, reagierte man auch in der Politik. Leider nicht alle: Damals verkündete Unionsfraktionsvize Katherina Reiche gegenüber den Plänen des damaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel: „Das wird so nicht kommen. Wir werden an den deutschen Kamin nicht rangehen“. Jürgen Trittin hingegen warnte vor dem hohen Dioxinausstoß aus Kaminöfen (NTZ-Ausgabe vom 28. November 2007). Gefühlt geändert hat sich nichts. Anwohner mussten sich damals und müssen sich heute nach wie vor wohl oder übel an den „ortsüblichen“ beißenden Gestank gewöhnen. Die effektiven Schäden an der Gesundheit sind bei Schadstoffausstößen immer schwer zu ermitteln. Tatsache ist aber, dass die Anwohner der Holzofenbesitzer oft eine gewaltige Einbuße ihrer Lebensqualität hinnehmen müssen.

Es kann nicht sein, dass wir in den nächsten Jahren mit aller Kraftanstrengung den Verkehr auf Millionen von Elektroautos umstellen und daneben Holz- und Kohleheizungen die Luft vernebeln. Wenn Holz verbrannt werden soll, dann in Heizungen, deren Emissionswerte den Vergleich mit modernen Ölheizungen nicht scheuen müssen und das nicht nur auf dem Papier und unabhängig vom Geschick des Betreibers. Es ist unredlich, einerseits die durch Dieselruß verursachten Todesfälle vorzurechnen und andererseits freies Heizen für freie Bürger zu propagieren. Auch alte Häuser gehören umgerüstet, bei Ölheizungen kannte man ja schließlich auch kein Pardon.

Leserbriefe

Der Traum ist noch nicht Realität

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Das sind ganz einfach Gleichgesinnte“ vom 26. November. Zuerst eine Bemerkung: ich wollte nie jemandem einen „braunen Stempel“ aufdrücken, und niemandem ein braunes Hemd anziehen, der das nicht selber tut. Aber ich bin froh, dass ich jetzt endlich…

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