Leserbriefe

Hoffen auf Frieden in Europa

02.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Der britische Brexit ist das beherrschende Thema dieser Tage: Stimmen die Engländer gegen oder für den Verbleib in der EU? Gleich vorausgeschickt, ein Verbleib wäre für beide Seiten die bessere Lösung. Doch wie gefährlich ist ein Ausstieg für das übrige Europa? Eine Lücke ist fast immer ein Verlust, aber das englische Engagement kann ausgeglichen werden. Die Briten mit ihrer Insellage hatten schon immer ein gespaltenes Verhältnis zum Kontinent. Sie waren dem Commonwealth der weltweiten Völkergemeinschaft verpflichtet. Der Union Jack wehte über Australien, Afrika und Asien. Im engen Europa war man nur zuständig, wenn es um handfeste englische Interessen ging. Deshalb ist diese Abstimmung eher eine Flurbereinigung für das zukünftige Europa. Viel gefährlicher für den Bruch der Gemeinschaft sind die als patriotisch gedeckelten Renationalisierungen mit der Destabilisierung in den Blockstaaten.

Die Angst geht um in Brüssel vor dem Auseinanderbrechen, wer ist der nächste nach dem britischen Exit? Die Probleme sind riesig. Der Zustrom aus dem Süden an Flüchtlingen wird erneut Höchstziffern erreichen. Der Deal mit den Türken verringert den Weiterzug nach Norden, sprich Deutschland, kaum. Die europäische Solidarität ist gleich null. Auch unsere Hilfsbereitschaft stößt an ihre Grenzen. Sie stößt auf Unverständnis und erzeugt Hass. Radikale Parteien profitieren davon. Wenn jetzt laut Verfassungsgericht die Eurobank die wertlosen Staatspapiere aufkaufen darf, dann gehört das Schuldenmachen ab sofort zum guten Ton. Doch was macht der deutsche antiquierte Sparhaushalt, natürlich solid bleiben und im Ernstfall mit einem Fünftel haften. Trotzdem, eine Alternative für dieses Staatengebilde gibt es nicht. Im Zeitalter der Großstaaten im Osten hat die ehemalige Kleinstaaterei keine Zukunft mehr. Sie wären nur noch Spielball der Giganten und die Despoten im Kreml hätten ihr Ziel erreicht.

Unser Hoffen kann nur sein, dass dieses Europa seinen 340 Millionen Einwohnern für immer eine friedliche und sichere Heimat ist.

Leserbriefe

Flüchtlinge heute und Vertriebene damals

Barbara Mugrauer, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Bürgerentscheid und Einzelinteressen“ vom 29. Juni. Was bitte hat der Bürgerentscheid mit der Flüchtlingssituation von damals zu tun? Ich finde es vermessen, immer wieder den Vergleich von der heutigen Flüchtlingsproblematik und der Geschichte…

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