Leserbriefe

Herrn Mitsch fehlen Informationen

16.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „BVR fordert Ortsvorsteher“ vom 13. September. Seit einem Jahr sind Stadt und Bürger mit der bevorstehenden Umgestaltung des Gemeinschaftshauses im Roßdorf befasst. Dazu hat die „Roßdorfrunde“ (sie bespricht seit 1996 Fragen zu Kindern, Jugend und Bildung) am 23. März des Jahres Vorschläge erarbeitet, die der Stadtverwaltung als Grundlage für ein weiteres Planungsgespräch dienten. Am 27. Juni haben dann die Roßdorfer Gruppen in einer Veranstaltung mit der Gebäudewirtschaft Nürtingen (GWN) Wünsche und Vorstellungen genannt. Die Bürgervereinigung Roßdorf nicht. Ihre Vertreterin meinte, nach der Sanierung möge alles so bleiben wie gehabt. Das Ergebnis der Runde wurde zur Vorlage für die GWN und den gemeinderätlichen Bauausschusses am 19. Juli, alles öffentlich und ausgiebig kommuniziert.

Nun aber klagt der neue BVR-Vorsitzende, Herr Mitsch, bei der Stadt lauthals eine Verbesserung ihrer Informationspolitik ein und „fordert“ tatsächlich, die Stadt möge der BVR „den aktuellen Ist-Zustand der Planungen, Grundriss- und Statikpläne“ vorlegen.

Kaum im Amt hat BMin Grau die Sachlage durchleuchtet und klug entschieden: Zuerst wird der Kindergarten saniert, dann der Rest des Hauses dem geänderten Bedarf nach verändert. So wird es unumgänglich sein, das Raumangebot für Kindergarten und Bücherei jeweils um die Hälfte zu erhöhen. Zu allen weiteren Fragen des Raumbedarfs sollten, wie mir schon im Februar von OB Heirich im Gemeinderat zugesagt worden war, nach den Institutionen des Stadtteils auch seine Bürger gehört werden. Am 7. Juli habe ich mit Herrn Heirich und Herrn Wezel vom Bürgertreff den 24. September als Termin anvisiert. Herr Mitsch indessen witterte dahinter eine Wahlkampfmasche, drängte zuerst auf Verlegung, hat dann aber für vergangenen Samstag die Roßdorfer Bürger zur Vorbereitung der Vorbereitung des Umbaus geladen. Herausgekommen ist dabei nicht mehr, als schon seit dem 27. Juni auf dem Tisch liegt.

Darüber hinaus erweitert Herr Mitsch die Thematik. Gerade mal drei Monate im Vorstand und offenbar ohne Kenntnis der Praxis und der rechtlich unterschiedlichen Situation der Ortsteile, fordert er einen Ortsvorsteher, behauptet, seit 15 Jahren gebe es im Roßdorf niemand, der sich um öffentliche Belange kümmere (eine beispiellose Brüskierung all derer, die seit vielen Jahren im Roßdorf aktiv sind), und verkündet, Roßdorf, Oberensingen und Enzenhardt bräuchten „bezahlte Interessenvertreter“. Man ahnt die Absicht. Das Roßdorf, sagt er, sei „der größte Stadtteil abgesehen von der Kernstadt“ – welch ein Unfug. Die Braike kennt er gleich gar nicht. Und dann rügt er auch noch die Stadträte, weil sie am Samstag nicht dabei waren.

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