Leserbriefe

Herr Schlecht hat sich blenden lassen

25.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Artikel „Das heutige China lebt einen guten Kommunismus“ vom 18. Februar. Es ist erstaunlich, wie sich auch intelligente Menschen mit viel Lebenserfahrung von Äußerlichkeiten blenden lassen. Das, was wir aus China immer wieder hören müssen, soll „guter Kommunismus“ sein? Dass China wirtschaftlich enorm viel erreicht hat, steht außer Zweifel. Aber auch ein Herr Karl Schlecht müsste wissen, dass er in China eben nur diese positiven Seiten zu Gesicht bekommt. Kein Mensch, sei er normaler Tourist oder Geschäftsmann oder Staatsmann, kann sich in China frei bewegen. Sogar unserer Bundeskanzlerin wurde ein Zusammentreffen mit einem kritischen Rechtsanwalt verweigert.

Was wir jedes Jahr von Amnesty International aus China erfahren, ist erschreckend. „Persönliches Unrecht im Einzelfall gibt es bei uns auch“, meint Herr Schlecht. Das stimmt natürlich. Aber staatlich angeordnete Folter, besonders an den Tibetern, willkürliche Verhaftungen wegen kleinster Kritik an der Partei, Verschleppungen an unbestimmte Orte, Massenerschießungen, zwangsweise Organentnahmen, Panzer, die auf dem Platz des Himmlischen Friedens friedliche Demonstranten zu Hunderten einfach überrollen – wenn das ein „guter Kommunismus“ ist. Christen werden verfolgt. Das chinesische Volk galt schon immer als fleißig, aber auch duldsam. Aber die chinesische Führung versteht es wie keine andere Regierung, Gäste jeglicher Art nur an die Orte zu führen, an denen alles bestens aussieht.

Gut, dass es Organisationen wie Amnesty International gibt, die sich nicht von schönen Äußerlichkeiten blenden lassen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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