Leserbriefe

Herr Reinmar Wipper attackiert den OB

07.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zur Pressemitteilung der Stadt „AK Integration für das Roßdorf“ vom 27. April. Das ursprüngliche Ansinnen und Versprechen des OB vom 16. Juni 2015, im Roßdorf eine Bürgerversammlung abzuhalten, ist – hast du nicht gesehen – vom Tisch. Von einem runden. – Der sollte es mal wieder richten, als Maßnahme der Stadtverwaltung auf meinen offenen Brief vom Januar. Darin hatte ich angemahnt, ins Roßdorf zu kommen und die Bürgerschaft in ihren Besorgnissen ernst zu nehmen und nicht über den Tisch zu ziehen.

Da die irritierten Bürger nicht an selbigem saßen, dafür aber Institutionen und Menschen, denen man die Notwendigkeit humanitärer Hilfe nicht erst erläutern muss, gab es keinen Dissens in der Flüchtlingsfrage.

Angemahnt hatte ich aber Schritte denjenigen Bürgern entgegen, die irritiert bis aufgebracht sind. Denn nur wer ernst nimmt und redet, und zwar mit den Betroffenen, nicht nur mit Institutionen, der schafft Konsens.

Der Stadtteil soll, so der OB, nun selber zusehen, wie den kursierenden Besorgnissen um Kinder, Frauen und Eigentum zu begegnen sei, so irrational und statistisch unbegründet diese Ängste auch sein mögen. Die Roßdorfer sollen einen Arbeitskreis gründen, denn: „Bewältigung der Flüchtlingsunterbringung ist nun eure Aufgabe, liebe Roßdorfer, verdammt noch mal!“ (Die letzten beiden Wörter habe ich protokolliert).

Ob es ausreicht, auf eine Baurechtsänderung von 1986 zu pochen und gesundheitliche Bedenken wegen einer Hochspannungsleitung, die 1986 noch gar nicht in dieser Größe da war, zu ignorieren, um die Nanz-Wiese als Zwischenlager für Containerwohnungen zweckentfremden zu können, wird füglich bezweifelt.

Fair ist es jedenfalls nicht, dem Roßdorf anstelle einer zugesagten Bürgerversammlung einen Arbeitskreis ans Herz zu legen, der entgegen dem Bericht in dieser Zeitung noch gar nicht existiert, weil nämlich noch niemand „Hier“ gerufen hat. Ob es auch klug war, stillschweigend ein Versprechen vom runden Tisch zu wischen – das wird sich zeigen müssen.

Leserbriefe