Leserbriefe

Herr Mappus – wie lange noch?

18.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. „MP (Ministerpräsident) erwartet offensives Vorgehen gegen Baumbesetzer“. So steht es im Protokoll einer Besprechung von Ministerpräsident Mappus (CDU) und Ministerin Gönner (CDU). Des Weiteren ist eine E-Mail des Landespolizeipräsidenten Hamann bekannt, in dem dieser warnte, am 30. September einen Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten durchzuführen. Der zurzeit tagende Untersuchungsausschuss des Landtages ermittelte „schwere polizeitaktische Fehler“. Mehrere Leiter der auswärtigen Polizeikräfte haben erklärt, dass sie vor diesem Einsatz in Stuttgart mit keinen Informationen versorgt worden seien, weder über den genauen Einsatzort noch über dessen Zweck. Ein Polizeiführer erklärte: „Zur Organisation (des Einsatzes) kann ich nichts sagen, da es keine Organisation gab!“ Ein Rentner verlor durch Direktbeschuss mit einem Wasserwerfer ein Auge, das andere wurde schwer verletzt. Hunderte von Demonstranten wurden mit Pfefferspray gequält. Mappus nahm derartige Verletzungen in Kauf, wie er auch in Kauf nahm, dass sich schlecht vorbereitete und geführte Polizisten (zwangsläufig) wie eine durchgeknallte Knüppelgarde benahmen.

Mappus weiß: Es gibt in diesem Land Leute, die Brutalität mit Stärke verwechseln und für die „hart durchgreifen“ den Gipfel der Staatskunst darstellt. Aber Mappus kann auch anders. Vor einigen Tagen kaufte er, ohne erst lange den Landtag oder sein Kabinett zu befragen, für 4,67 Milliarden Euro die Anteile eines französischen Energiekonzerns an der EnBW auf. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn dadurch wieder nach der Privatisierungswut vergangener Jahre die Energieversorgung in die öffentliche Hand käme (womöglich würde dann der Strom billiger?).

Aber Herr Mappus will damit an die Börse! Nutznießer des Geschäfts ist nicht etwa eine deutsche oder gar baden-württembergische Bank. Der Handel wurde eingefädelt von der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley, die daran Millionen verdient. Ein Teil davon wird auch für Herrn Notheis, einen Mitarbeiter dieses Bankhauses, abfallen, einen alten Freund von Mappus und hochrangigen CDU-Funktionär. Es gibt in diesem Land Leute, die insgeheim hoffen, dass irgendwann etwas für sie abfällt, wenn sie irgendwelchen „Machern“ und „Cleverles“ applaudieren, die in erster Linie sich selbst und ihresgleichen die Taschen füllen. Die Zielgruppen der Mappus-Politik sind rückständige Spießer, von denen es zum Glück immer weniger gibt. Immer mehr ehemalige CDU-Wähler verstehen, dass menschenverachtende Kraftmeierei, albernes Machergehabe und Missachtung von Regeln weder die Bezeichnung „christlich“ noch das Attribut „konservativ“ für sich in Anspruch nehmen dürfen.

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Verschwundene Schilder und die Folgen

Horst Schleining, Bempflingen. Schon wieder geht sie kaputt. Die Straße zwischen Bempflingen und Grafenberg. Eine Überraschung ist das aber nicht, wenn 30-Tonner-Lkws eine Straße malträtieren, auf der gerade mal zwei Pkws mit Vorsicht aneinander vorbeikommen und deren Aufbau für solche Brummis…

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