Leserbriefe

Heiligt der Zweck die Mittel?

28.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „OB Palmer: Ende der Affenversuche ein Rückschlag“ vom 4. Mai. Zu diesem Thema gibt es ein paar sehr weise Worte aus der Bibel: „Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Unsere materialistisch geprägte Gesellschaft hat dafür wenig Verständnis. Sie handelt eher nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“. Das kann äußerst gefährlich sein – bis hin zu Völkermord und Atombombe, führt aber auch in Forschung und Medizin zu unguten Entwicklungen.

In meinen Augen sind Tierversuche ein Verbrechen an der Natur, an unseren Mitlebewesen, ganz besonders Versuche an Primaten mit Eingriffen in deren Körper. Und ich finde es beschämend, dass diese Praxis ohne große Beachtung der Bevölkerung und mit Zustimmung der meisten Politiker fortgeführt wird.

Ein Lichtblick ist das Ende der Primatenversuche in Tübingen in zwei bis drei Jahren. Trotzdem eine lange Zeit, wenn man gequält wird. Und was ist an anderen Orten? Spontan muss ich an die Versuche an Menschen denken. Das ist gar nicht so lange her.

Wer sich tiefere Gedanken über die Zusammenhänge von Gewalt in der Welt macht, erkennt, dass unsere Gewalt gegen Tiere in Versuchslaboren und Tierhaltung auch Auswirkungen auf die gesamte globale Gewaltentfaltung hat.

Tierversuche werden meist mit positiven Auswirkungen auf die Medizinentwicklung begründet. Oberflächlich gesehen mag das in Einzelfällen stimmen. Schaut man aber tiefer, dann sieht man, dass es in den meisten Fällen um Geld und Anerkennung geht und dass man auf einem falschen Weg ist.

Gesunder Lebensstil wird dabei vernachlässigt. Man verlässt sich auf Reparatur. Meine Überzeugung: Keine Medizin und kein Mensch kann dich wirklich und letztendlich heilen. Nur man selbst kann es – und zwar durch Bewusstseinsentwicklung. Höheres Bewusstsein schließt Gewalt gegen Tiere aus. „Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

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