Leserbriefe

Hausgemachtes Dilemma

26.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martina Keller, Wolfschlugen. Zum Artikel Berufsschulen fehlt es an Kfz-Ingenieuren vom 21. Februar. Zum wiederholten Mal lese ich von dem Dilemma in den Berufsschulen. Ich bedauere die Lehrer und Schüler, die unter dieser Situation leiden. Allerdings habe ich für den Lehrermangel kein Verständnis, denn es handelt sich meines Erachtens um ein hausgemachtes Problem. Genau vor zehn Jahren verließ ich aus familiären Gründen die Arbeitswelt bei einem mittelständischen, weltweit aktiven Unternehmen, wo ich zuletzt als Führungskraft tätig war. Ich spielte danach mit dem Gedanken, mir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen und jungen Menschen über den Direkteinstieg als Berufsschullehrerin meine Freude am Beruf und mein Fachwissen weiterzugeben. Ich sprach mit der zuständigen Behörde und erfuhr, dass die Basis für diese Tätigkeit ein abgeschlossenes Studium sei, das ich nicht vorweisen kann, und dass die mir bestätigte fachliche Qualifikation und meine langjährige Berufserfahrung dieses auch nicht ersetzen können. Die Berufsschulen benötigten Akademiker, so sagte man mir, um die Auszubildenden optimal auf das Berufsleben vorzubereiten.

Seit neun Jahren bin ich nun Dozentin in der beruflichen Weiterbildung bei diversen Bildungsträgern in der Region und bringe mit Herzblut angehenden Betriebswirten die (oftmals gefürchtete...) Außenwirtschaft näher auch ohne akademischen Titel. Letzteres stört meine Kursteilnehmer nicht. Die Chemie stimmt und sie bestätigen mir einen qualifizierten Unterricht. Darüber hinaus bin ich seit Jahren als ehrenamtliche Prüferin bei der IHK Region Stuttgart tätig.

Zurück zum Dilemma. Wäre es jetzt nicht angebracht, das Anforderungsprofil für Fachlehrer an Berufsschulen zu überarbeiten? Vielleicht könnten dadurch manche offene Stellen wieder besetzt werden. Und sollte das Wissen der einfachen Lehrer wirklich nicht mehr ausreichen, so wäre gewiss der eine oder andere Akademiker aus der heimischen Wirtschaft bereit, als Gast einen Vortrag zu halten und hiermit Abwechslung in den Unterricht zu bringen.

Leserbriefe

Nürtingen für die Enkel und Urenkel

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler plädieren für Investorenwettbewerb am Neckar“ vom 20. Juli sowie einigen anderen Veröffentlichungen dieser Tag.

Ich gehe bald auf die achtzig zu. Sollen Weib, Kinder und Enkel sagen, am besten kommt der Alte gleich ins Heim? Denn wenn er…

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