Leserbriefe

„Haudrauf und Überheblichkeit“

06.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Detlef Walser, Nürtingen. Zum Kommentar „Das wahre Gesicht“ vom 30. Juni. Matthäus Klemke von der Nürtinger Zeitung (Amtsblatt für die Stadt Nürtingen/Unabhängige Tageszeitung) und die Stadtverwaltung erwarteten im abgeriegelten Gemeinschaftshaus offenbar Randale im Roßdorf. War aber nix.

Bei der Informationsveranstaltung wurde informiert. Was die Stadt insgesamt und speziell im Roßdorf an Anschlussunterbringung unwiderruflich beschlossen hat. Die sachlichen Einwendungen bezüglich Hochspannungsleitungen wurden vom Gemeinderat in keinem Beschluss berücksichtigt.

Statt dreistöckigem festem Bau nun Container für drei Jahre – und deren Schlafbereich möglichst weit weg von der Leitung. Weshalb das, wenn keine Gefahr? Hat Herr Klemke das überhört?

Ich habe fünf Stühle links von ihm die Verantwortlichen zum x-ten Mal darauf hingewiesen, dass Menschen von „Bomben auf den Kopf“ nun zu „Strahlen im Kopf“ verdonnert werden und dies moralisch höchst verwerflich ist. Ein Bürger fragte, ob die Leute das Wohnen im Container ablehnen können.

Die Stadt verneinte rigoros – der Wohnplatz wird zugewiesen und basta. Keiner von der Stadtverwaltung würde dort bauen oder einziehen (habe den einen oder anderen persönlich oder per Mail gefragt). Aber mit hilfsbedürftigen Menschen kann man das ja machen.

Herr Klemke weiß das nicht und auch nicht, dass der auf zwei Etagen reduzierte Bau zunächst für 60 Einkommensschwache, wie zum Beispiel Wohnsitzlose oder alleinerziehende Mütter, geplant war? An denen ist der Kelch vorbei, Gott sei Dank! Aber 40 männlichen Flüchtlingen kann man das schon zumuten!

Was erwartete Herr Klemke? Live-Material von pöbelnden Roßdorfern? Weit gefehlt. Nichts los. Der Polizeichef gibt dem Roßdorf beste Noten weil niedrigste Kriminalität und seit Jahren gute Integrationsarbeit im Roßdorf, zwölf Familien sind zur Anschlussunterbringung bereits in Wohnungen, Bürgervereinigung und Lenkungskreis suchen weitere, ein Integrationsarbeitskreis wird gegründet und so weiter. Nichts davon im Kommentar. Nur Haudrauf und Überheblichkeit.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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