Leserbriefe

Hat der Gemeinderat auch alles gelesen?

25.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karin Bauer, Großbettlingen. Am 4. Juli wurde in der Nürtinger Zeitung berichtet, dass der Nürtinger Bau-, Planungs- und Umweltausschuss über das Bauplanungsleitverfahren abgestimmt hat. Im nächsten Satz liest man, dass Herr Heirich und Herr Klaußer das weitere Vorgehen bereits am Morgen (!) erläutert haben. Also war die öffentliche Sitzung eine Farce, zumal ein Nürtinger Bürger in der Bürgerfragestunde zu diesem Thema zurückgewiesen wurde mit der Begründung: „Alle Punkte, die auf der Tagesordnung stehen, sind nicht zugelassen, um die Diskussion nicht vorwegzunehmen.“

Weiterhin heißt es in dem Artikel: „Wir hatten nochmals Gespräche mit Vertretern des Landratsamtes, des Forstes, des Regierungspräsidiums und der Regionalverwaltung . . .“. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass zumindest mit dem Landratsamt keine Gespräche mehr stattgefunden haben! So viel zur Ehrlichkeit. Das von Herrn Heirich angeführte St.-Florians-Prinzip geht an den Absender zurück, Nürtingen möchte die Anlage, aber nicht vor der Haustür, sondern an der äußersten Markungsgrenze. Nicht erwähnt wird in dem Artikel, dass die Sitzplätze für die Zuhörer nicht ausgereicht haben, da so viele Gegner der Vergärungsanlage aus Nürtingen, Raidwangen und Großbettlingen anwesend waren.

Für die Abstimmung im Nürtinger Gesamtgemeinderat am 17. Juli hat sich der überwiegende Teil der Gemeinderäte anscheinend nicht die Arbeit gemacht, die aktuellen vergleichenden Standortuntersuchungen abzuarbeiten, die zum Gewerbegebiet Großer Forst gemacht wurden. Sonst hätte die Abstimmung gegen die nächsten Schritte zum Bau der geplanten Vergärungsanlage am Großbettlinger Gatter ausfallen müssen. Unter Umweltaspekten sind für das Großbettlinger Gatter überwiegend „starke Nutzungseinschränkungen vorhanden, umfangreiche Problemlösung erforderlich“. Zum Beispiel wird das Großbettlinger Gatter „als Kaltluftproduktionsgebiet > 50% bodeninversionsgefährdetes Gebiet, Freifläche mit bedeutender Klimaaktivität, klimaaktive Freifläche in direktem Bezug zum Siedlungsraum, hohe Empfindlichkeit gegenüber nutzungsändernden Eingriffen“ dargestellt, und das ist nur ein negativer Aspekt unter vielen.

Im Artikel „Schritt hin zu Biogas“ vom 19. Juli schließlich führen Herr Heirich und Herr Klaußer an, „man habe bei zahlreichen öffentlichen Informationsveranstaltungen zu allen Fragen ausführlich Stellung genommen. Dabei habe man auch befürchtete Geruchsbelästigungen ausschließen können“. Hoffentlich können sich die Bürger in Nürtingen und Umgebung auch in Zukunft auf die hellseherischen Fähigkeiten von Herrn Heirich und Herrn Klaußer verlassen. War doch die letzte öffentliche Informationsveranstaltung mit Nürtinger Beteiligung im Januar 2010, das erste Gutachten zur Geruchsbelastung kam aber erst im Juli beziehungsweise im Dezember 2010 heraus.

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