Leserbriefe

„Gutes Geld“ und „Schlechtes Geld“

19.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jan Lüdke-Reißmann, Nürtingen. Zum Artikel „Eine Jahrhundertchance für die Stadt“ vom 8. November. Es entsetzt zu sehen, dass Teile des Gemeinderates völlig unbedarft mit zukünftigen Haushalten umgehen. Sie haben in ihrem Kreise, wie es scheint, den laxen Umgang mit dem Geld anderer Leute aus der Nürtinger Oberbürgermeisterwahl hinübergerettet. Es geht bei S 21 nicht darum, Geldhähne auf- oder zuzudrehen, sondern um die Fragestellung, ob alle Fakten klar, ehrlich und sauber berechnet auf dem Tisch liegen. Dies ist nicht der Fall, der Wähler als Entscheider kann sich keine klare Meinung bilden. Solange eine Meinungsbildung nicht möglich ist, verbietet sich eine Zustimmung zu S 21 durch ein Nein bei der Volksabstimmung. Bauprojekte sind durch Fakten geprägt, Gefühle, Meinungen und Glauben gehören in die Familie und an Orte, an denen Geist und Seele gepflegt werden.

Seriöse Schätzungen gehen für das Projekt S 21 mittlerweile von teilweise haushaltswirksamen Ausgaben in Höhe von bis zu 10 Milliarden Euro aus. Die Ausstiegskosten bewegen sich in einem Korridor zwischen 350 Millionen Euro und 1,5 Milliarden Euro, je nach juristischer Auffassung. Wer wirft dem „Schlechten Geld“ „Gutes Geld“ hinterher? Ein schwäbischer Hausvorstand, welchen Geschlechtes auch immer, jedenfalls nicht!

Die bestehenden Fakten zu S 21 kann man nicht weggrinsen, auch nicht wenn man sich dabei an einem orangen Schild festhält. In Internet-Foren bezeichnet man Diskutanten, die Desinformationen streuen, wesentliche Teilaspekte weglassen oder sachfremde Phrasen ständig wiederholen, als Trolle. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass man es bei dieser illustren Runde mit Offline-Trollen zu tun hat.

Sollten die Herren der CDU, der Freien Wähler und der FDP Erläuterungen zu Wirtschaftsfragen oder zum Umgang mit öffentlichen Haushalten benötigen, stehe ich als PIRAT gerne zur Verfügung.

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