Leserbriefe

„Gute Aspekte nicht erwähnt“

06.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Waldtraut Welser, Nürtingen. Zum Kommentar „Das wahre Gesicht“ vom 30. Juni. Die Berichterstattung über die Info-Veranstaltung zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Containern unter einer 380-kV-Hochspannungsleitung auf der Nanzwiese fand ich noch relativ sachlich.

Den Kommentar „Das wahre Gesicht“ konnte ich fast nicht ertragen. Was da an Gehässigkeit auf uns Roßdorfer regelrecht geworfen wurde, ist kaum noch zu überbieten. Wir im Roßdorf haben uns bemüht, Wohnungen zu requirieren, damit das Wohnen als Integration gelingt und nicht Menschen unter dieser gesundheitsgefährdenden 380-kV-Hochspannungsleitung auf der Nanzwiese leben müssen.

Nicht das Roßdorf hat sein wahres Gesicht gezeigt, sondern Herr Klemke mit seinem Kommentar – und damit auch die Nürtinger Zeitung.

Meine Familie lebt seit 1973 in diesem Nürtinger Stadtteil und wir haben uns an vielen Stellen eingebracht. Wir haben noch keinen Tag bereut, hierhergezogen zu sein. – Wir im Roßdorf haben Integration in den vergangenen Jahren lebensnah unter Beweis gestellt. Wir haben gelernt, mit unterschiedlichen ausländischen Mitbürgern zusammenzuleben. Hier im Roßdorf sind die wenigsten Bewohner „Hiesige“.

Die abwertend als „kleines Fleckchen Grün“ bezeichnete Nanzwiese war als Ausgleich für die Hochhäuser und die dichte Bebauung an dieser Stelle gedacht. Das Roßdorf ist übrigens der am dichtesten besiedelte Teil Nürtingens.

Es ist unverschämt zu behaupten, dass es „den ach so besorgten“ Roßdorfer Bürgern nicht um die Gesundheit der Hilfesuchenden gehe, sondern nur um die eigene Sicherheit. Es ist natürlich, dass man sich um die Sicherheit Sorgen macht und dies können wir von den gewählten Politikern auch erwarten.

Die Pauschalverurteilung der älteren Anwohner (zu denen mein Mann und ich inzwischen auch gehören) empfinden wir als Unverschämtheit wie sie ihresgleichen sucht. Es geht nicht darum, dass wir keine Flüchtlinge in unserer „Roßdorf-Idylle“ haben wollen, sondern um eine menschenwürdige Unterbringung der Geflüchteten.

In diesem Kommentar sind nur nachteilige Dinge erwähnt, aber kein einziger guter Aspekt des Abends. Die Ausführungen von Pfarrerin Mattausch und die Aussage von Frau Link über die ins Leben gerufene Initiative für die Flüchtlinge sowie der Hinweis von Frau Solte, dass hier schon jetzt Sprachhilfe geleistet wird, wurde überhaupt nicht erwähnt.

Leserbriefe

Flüchtlinge heute und Vertriebene damals

Barbara Mugrauer, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Bürgerentscheid und Einzelinteressen“ vom 29. Juni. Was bitte hat der Bürgerentscheid mit der Flüchtlingssituation von damals zu tun? Ich finde es vermessen, immer wieder den Vergleich von der heutigen Flüchtlingsproblematik und der Geschichte…

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