Leserbriefe

Gute Argumente für Stuttgart 21?

10.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eckhard Finckh, Nürtingen. Zum Tagesthema „Stuttgarter Seele“ vom 5. Juni. Michael Isenberg schreibt, dass die Bürger mittels der neuen Broschüre „Dialog 21“ mit dem Milliardenprojekt „versöhnt“ werden sollen. Nun ist zwar die Werbebroschüre in die weitere Region um Stuttgart noch nicht vorgedrungen, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass vernünftige Vorbehalte mit der Druckschrift einer Werbeagentur ernstlich aufgehoben oder weggewischt werden könnten. Da ist das hartnäckige Festhalten an einer längst überholten Kalkulation und Zeitplanung.

Man blicke nur auf laufende oder abgeschlossene Bauprojekte, von der S-Bahn-Verlängerung bei Herrenberg über den Hauptbahnhof in der Hauptstadt Berlin oder den Kölner U-Bahn-Bau bis zum Bau-Spektakel der Hamburger Elb-Philharmonie: Die ursprünglichen Planungsdaten werden von der Wirklichkeit überholt, Kosten explodieren.

Weiter ist da der Widersinn, dass das entscheidende Stück der Schnellbahntrasse zwischen Wendlingen und Ulm planerisch und rechnerisch noch in den Anfängen steckt und tausend Überraschungen bieten kann (wie soll es hinter Holzmaden denn konkret weitergehen?). Aber dennoch wird schon mal mit Grubes gigantischer Grube die Stuttgarter Innenstadt unwirtlich gemacht, der Park geschändet und Reisende müssen jede Menge Beschwerlichkeiten in Form von langen Wegen auf sich nehmen, vielleicht jahrzehntelang. Das ist schon eine echte Imagefrage für die Landeshauptstadt. Wenn nicht gar ein Schwabenstreich daraus wird.

Da ist drittens die Verabschiedung vom Unesco-Weltkulturerbe im Zusammenhang mit der Strecke des Orient-Expresses. Und da ist schließlich das technische Problem, dass im Gesamtplan zwar die Geislinger Steige verschwinden soll, dafür aber die langen ICE-Züge vom tiefer gelegten Bahnhof zum neuen Flughafenbahnhof rund 200 Meter Höhenunterschied zu bewältigen haben. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist die Stuttgarter Steige. Eine Schnellbahntrasse stelle ich mir anders vor.

Die Franzosen würden sich auf einer TGV-Strecke vermutlich keinen solchen Witz leisten. Vielleicht ist im Kostenvoranschlag auch noch Platz für stärkere Zugmaschinen, die zur Hilfe eilen, falls im Tunnel Richtung Fildern mal ein Maschinenschaden auftreten sollte. Da sollen ja viele Züge durch, auch die nach Schaffhausen und Zürich.

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