Leserbriefe

Güterzugstrecke: Ruhe vor dem Sturm?

19.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Schempp, Wendlingen. Zum Artikel „Bahnchef umarmt seine Gegner“ vom 18. Januar. Dass Bahnchef Volker Grube seine Gegner umarmt, um sie bewegungsunfähig zu machen, ist zusammen mit der 10 Millionen Euro teuren Werbekampagne für Stuttgart 21 nichts anderes als eine konzertierte Aktion, um den Bürgerprotest wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung möglichst klein zu halten. Dazu gehört auch die Meldung in der Wendlinger Zeitung vom 26. August 2009 „Bahn bewegt sich beim Lärmschutz“, dies natürlich kurz vor der Bundestagswahl.

Konkrete Ergebnisse werden den Bürgern allerdings vorenthalten. Nach einer Anfrage kürzlich bei der Stadt Wendlingen zu den von der Bahn versprochenen Lärmschutzwänden auf der Strecke von Wernau nach Wendlingen wurde mir mitgeteilt, dass diese 0,36 bis maximal 0,72 Meter hoch (nieder?) sein werden. Wichtig sei lediglich, dass die Grenzwerte für Lärm eingehalten werden. Die Frage sei erlaubt: Sind wir damit zufrieden?

Nachdem das Bahnprojekt ohnehin an Geldmangel leidet und ein erhebliches finanzielles Risiko bedeutet, schlage ich vor, diese Güterzugstrecke über Wendlingen ganz fallen zu lassen, und dies mit triftigen Gründen. Bei einem Anhörungsverfahren des Regierungspräsidiums Stuttgart am 9. Dezember 2008 in Göppingen begründete Herr Herrmann, Experte von der Firma PSrail, dass der Neubau der oben genannten Güterzugstrecke für die DB nur Nachteile habe. So argumentiert er wie folgt: „Die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm ist zwar für 250 Stundenkilometer ausgelegt, hat aber auf 35 Kilometer Länge eine sehr große Steigung. Güterzüge und längere Personenzüge mit Lokomotive müssen nicht nur diese Steigung nehmen, sondern auch bei Plochingen und Wendlingen Kurven mit nur 300 Meter Halbmesser befahren, so wie heute bei Geislingen, und sechs Kilometer Umweg machen.“ Der Engpass der Neubaustrecke wäre für sie also noch größer als bei der bestehenden Strecke über Geislingen, weil auch die Steigung höher ist und die Züge durch den Tunnel fahren, wo der Widerstand noch größer ist. Selbst die sogenannten leichten und schnellen Güterzüge mit einer Anhängelast von 1000 Tonnen würden mit der stärksten heute verfügbaren Lokomotive nur eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometer erreichen oder halten können. Auch Personenzüge mit Lokomotive und 220 Stundenkilometer könnten auf dieser neuen Strecke nur drei bis vier Wagen befördern. Das heißt, es können praktisch nur diese Hochgeschwindigkeitszüge darauf fahren.

Wann beginnt nun ein Umdenkungsprozess? Sind diese Argumente nicht allen Verantwortlichen zugänglich, was wird daraus gemacht? Um Antworten wird gebeten.

Leserbriefe

Gambia ist kein sicheres Herkunftsland

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Einwanderer aus Afrika und Migrationspaket“ vom 6. Dezember. Herr Hummel hat das Gefühl, angelogen zu werden und ich würde hierfür gerne ein paar Anstöße setzen, da ich mich intensiv mit der politischen Lage in Gambia auseinandergesetzt habe.

Gambia…

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